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Jakob Springfeld

Deutscher Autor und Aktivist aus Zwickau, setzt sich gegen Rechtsextremismus ein und hält die Erinnerung an den NSU-Komplex wach.

Bildquelle: ©Timo Förster, via Wikimedia Commons (CC BY-SA)
Bildquelle: ©Timo Förster, via Wikimedia Commons (CC BY-SA)

Über die Quelle

Jakob Springfeld (geboren 2002 in Zwickau) ist deutscher Autor und Aktivist. Bekannt wurde er 2019 als 17-Jähriger, als er bei einer Gedenkveranstaltung für Enver Şimşek, das erste Mordopfer des NSU, öffentlich sprach, nachdem Unbekannte einen zu seinem Gedenken gepflanzten Baum in Zwickau abgesägt hatten, wie fluter.de berichtete. Danach gründete er in Zwickau Ortsgruppen von Fridays for Future und der Grünen Jugend und engagiert sich seither öffentlich gegen Rechtsextremismus, unter anderem für eine Erinnerungskultur an den NSU-Komplex in der Stadt, wo das NSU-Kerntrio jahrelang unentdeckt lebte. Zusammen mit dem Journalisten Issio Ehrich schrieb er das Buch "Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen rechts" (2022) über den Alltag junger Antifaschist:innen im Osten. 2020 erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille, 2025 zählte ihn der SPIEGEL zu den "100 Hoffnungsträgern" des Landes.

Sein Engagement zieht seit Jahren dokumentierte Anfeindungen nach sich. Laut fluter.de wurde Springfeld in seiner Heimatstadt Zwickau angespuckt, beleidigt und in einem Club herumgeschubst; seither ist er dort kaum noch allein unterwegs und hat mit Freunden eine Notfall-Chatgruppe eingerichtet. Bei einer Lesung in Bautzen versammelten sich laut demselben Bericht 10 bis 15 maskierte Neonazis vor dem Veranstaltungsort, sodass er von Sicherheitskräften nach Dresden gebracht werden musste.

Anlass für diesen Eintrag ist ein presserechtlicher Vorgang von 2026: Der YouTuber Marcant erhielt eine Theodor-Heuss-Medaille, Springfeld war Laudator bei der Verleihung und machte dort ein Foto mit ihm. Das Portal Nius verwendete dieses Foto ohne Erlaubnis in einem Artikel über die Preisverleihung. Nach eigenen Angaben Springfelds und laut Volksverpetzer unterschrieb Nius daraufhin eine Unterlassungserklärung und zahlte Springfeld 300 Euro, die dieser an Omas gegen Rechts spendete. Eine von diesen beiden Quellen unabhängige dritte Bestätigung des Vorgangs liegt nicht vor.

Faktenfackel Bewertung

Springfeld ist eine öffentlich sichtbare Stimme der ostdeutschen Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus, dessen Hintergrund (NSU-Bezug, FFF-Engagement, Buchveröffentlichung, Theodor-Heuss-Medaille) durch mehrere unabhängige Medien belegt ist. Seine eigenen Aussagen zu Anfeindungen gegen ihn sind glaubwürdig, weil sie durch die unabhängige Reportage von fluter.de bestätigt werden. Der presserechtliche Vorgang mit Nius ist dagegen bislang nur durch Springfelds eigene Darstellung und den ihm nahestehenden Faktencheck-Blog Volksverpetzer belegt, nicht durch eine unbeteiligte dritte Quelle oder Nius selbst; er sollte entsprechend als berichtet, nicht als unabhängig verifiziert eingeordnet werden.

Fazit

Jakob Springfeld ist eine glaubwürdige zivilgesellschaftliche Stimme mit belegter Vorgeschichte an Anfeindungen; der konkrete Nius-Vorgang gilt bislang als berichtet, nicht als unabhängig verifiziert.