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Jens Schulz

Berliner Initiator der privaten Wal-Rettungsinitiative 2026, Selbstbezeichnung "Digital Creator". Rassistische und AfD-nahe Facebook-Posts sind mehrfach dokumentiert.

Bildquelle: ©Privatperson ohne Bild
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Über die Quelle

Jens Schulz lebt und arbeitet in Berlin und bezeichnet sich auf Facebook als "Digital Creator". Anfang April 2026 startete er die private "Rettungsinitiative" für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal "Timmy"/"Hope". Am 7. April 2026 kündigte er in den sozialen Medien an, man habe beschlossen, den Wal "über einen Tierschutzverein selbst" retten zu wollen; einen Tag später warb er um Mitstreiter. Als er zur Insel Poel aufbrach, hatte sein Facebook-Profil rund 29.000 Follower (Endstation Rechts: "Wal-Qual und Quote"). Umweltminister Till Backhaus (SPD) genehmigte den Versuch der Initiative gegen den ausdrücklichen Rat der Fachleute.

Die rassistischen und AfD-nahen Inhalte auf dem Profil sind von mehreren Redaktionen unabhängig ausgewertet worden.

Nordkurier und Neue Osnabrücker Zeitung haben den Account am 23. April 2026 durchgesehen: Bundeskanzler Friedrich Merz nennt Schulz dort eine "Schwuchtel" und einen "Berufslügner", den ukrainischen Präsidenten Selenskyj einen "Verbrecher", einen "Schmarotzer" und einen "Wicht". Über ein Video mit muslimischen Männern schreibt er: "Schaut Euch dieses muslimische Pack an. Wilde, denen man Klamotten gegeben hat. Lebender Müll." Unter einen Beitrag der Facebook-Gruppe "Freunde der AfD" setzt er die Worte "Ich auch" (Nordkurier: "Die vermeintlichen Retter des Ostsee-Wals").

Der Tagesspiegel dokumentierte am 22. April 2026 weitere Beiträge (Sebastian Leber, "Die falschen Walflüsterer"): Im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen wohnten "nur noch die Ölaugen", schrieb Schulz im Juli 2025. Die Menschen in der Ukraine bezeichnete er als "betrügendes und bettelndes Volk", zu einer Kritik am Vorgehen Israels in Gaza schrieb er: "Und dann wundern sich die Juden, dass sie überall verhasst sind!" Mehrfach warb er für die AfD, unter anderem mit einem Aufruf, Mitglied der Partei zu werden.

Bei Facebook war Schulz mit völkischen AfD-Politikern wie Andreas Iloff und Hans-Thomas Tillschneider befreundet (Endstation Rechts.). Belltower.News ordnet ihn in der Recherche vom 30. April 2026 (Autorin: Simone Rafael) als Organisator der Initiative ein, auf dessen Accounts "AfD-freundliche und rassistische Statements" veröffentlicht wurden (Timmy/Hope: Ein Wal als Projektionsfläche für Rechtsaußen).

Zur Parteizugehörigkeit: Nach eigenen Angaben gehört Schulz keiner Partei an, gibt sich öffentlich aber als Unterstützer der AfD (Tageblatt: "7 Namen: Das sind die Wal-Retter von Poel"). Zu den dokumentierten Posts erklärte er am 22. April 2026 auf Facebook, sein Account sei gehackt worden: "Hier kommen täglich verrückte Posts, die ich nie schreiben würde." Weshalb er die älteren Beiträge dann nicht gelöscht hat, erklärte er laut Tagesspiegel nicht.

Faktenfackel Bewertung

Schulz ist Privatperson ohne Amt oder Mandat, aber er ist nicht nur Kommentator: Er hat die private Wal-Initiative selbst angestoßen und koordiniert, die bundesweit Aufmerksamkeit bekam und sich gegen die einhellige Einschätzung der Meeresbiologie stellte.

Die menschenfeindlichen und AfD-nahen Posts auf seinem Facebook-Profil sind durch vier voneinander unabhängige Redaktionen belegt. Nordkurier/NOZ, Tagesspiegel und Endstation Rechts führen dabei jeweils eigene wörtliche Zitate an, Belltower.News gibt den Befund zusammenfassend wieder. Seine Erklärung, der Account sei gehackt worden, deckt den Befund nicht: Der älteste dokumentierte Beitrag stammt vom Juli 2025 und stand zum Zeitpunkt der Recherchen im April 2026 weiterhin online.

Fazit

Reichweitenstarke Privatstimme aus dem rechten Influencer-Spektrum, die mit der Wal-Initiative erstmals als Organisator eines bundesweit beachteten Vorhabens auftrat.