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Julia Encke

Literaturwissenschaftlerin und Journalistin, seit September 2020 Feuilletonchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Bildquelle: ©Heinrich-Böll-Stiftung (CC BY-SA 2.0)
Bildquelle: ©Heinrich-Böll-Stiftung (CC BY-SA 2.0)

Julia Encke leitet das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Sie ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und schreibt seit rund zwei Jahrzehnten über Literatur, Kultur und Medien.

Über die Quelle

Encke wurde 1971 in Celle geboren und studierte Neuere deutsche Literatur, Romanistik und Komparatistik in Freiburg, Toulouse und München. Ihre Dissertation über die Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs erschien 2006 unter dem Titel "Augenblicke der Gefahr. Der Krieg und die Sinne. 1914 bis 1934" (Wikipedia: Julia Encke).

Sie begann als freie Literaturkritikerin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, war von 2001 bis 2005 Redakteurin im Feuilleton der Süddeutsche Zeitung und wechselte 2005 zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dort leitete sie ab 2015 das Literaturressort. Im September 2020 übernahm sie die Leitung des gesamten Feuilletons und folgte damit auf Claudius Seidl, der das Ressort 19 Jahre lang geführt hatte (Pressemitteilung der F.A.Z., Juli 2020).

2010 war sie Vorsitzende der Jury des Deutschen Buchpreises, 2018 zeichnete das Medium Magazin sie als Kulturjournalistin des Jahres aus.

Ein Beispiel für ihre medienkritische Arbeit ist ihr Kommentar zum "Spiegel"-Titel über den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund im August 2026. Sie schrieb, der Titel könne "denjenigen, die die Geschichte nicht lesen", wie ein Werbeplakat entgegenkommen, und dem Magazin hätte klar sein müssen, "dass ein Fahndungsplakat Siegmund zugleich zur 'Most Wanted Person' stilisiert" (turi2, 16. August 2026).

Faktenfackel Bewertung

Encke arbeitet für ein etabliertes Blatt mit funktionierender redaktioneller Kontrolle, ihre Texte sind entsprechend belastbar recherchiert. Ihr Ressort ist allerdings das Feuilleton: Der überwiegende Teil ihrer Arbeit besteht aus Kritik, Essay und Kommentar, also aus begründeten Urteilen und nicht aus Tatsachenberichten.

Für uns ist sie deshalb vor allem eine Stimme in Mediendebatten. Ihre Einschätzungen sollten mit Zuschreibung zitiert werden, und bei Streitfällen über die Berichterstattung anderer Häuser gehört die Gegenposition dazu. Als Beleg für harte Fakten taugen Feuilletontexte in der Regel nicht, wohl aber als Beleg dafür, wie eine Debatte verlaufen ist und welche Argumente darin vorkamen.

Fazit

Eine renommierte Kulturjournalistin, deren Texte als fundierte Meinungsbeiträge und Debattenbelege taugen, nicht als Nachweis für Tatsachenbehauptungen.