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Stand: 27.03.2026

KlartextmitLilly: Kristina Schröder zweifelt am Wert von 24-Stunden-Assistenz

Link Beschreibung

KlartextmitLilly kommentiert Kristina Schröders Gastbeitrag in der Welt, in dem die ehemalige CDU-Ministerin die finanzielle Tragbarkeit von 24-Stunden-Assistenz für Menschen mit Behinderung infrage stellt.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Kristina Schröder veröffentlichte am 11. Dezember 2025 einen Gastbeitrag in der Welt unter dem Titel "Was wir uns künftig nicht mehr leisten können", in dem sie Kosten für Eingliederungshilfe und persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung als nicht mehr tragbar bezeichnet. Sie beziffert 24-Stunden-Assistenz mit über 200.000 Euro jährlich. Schröder ist Vorstandsmitglied der konservativ-libertären Denkfabrik Republik21.

Das Reel kritisiert das dahinterliegende Machtgefälle: Wenn Menschen ohne Behinderung über Kosten von Assistenz diskutieren, werden die Betroffenen zum Rechenbeispiel degradiert. Der Post lautet u.a.: "Die einen rechnen. Die anderen sind das Rechenbeispiel."

Die Kritik an Schröders Argumentation ist sachlich berechtigt. Behindertenverbände und Selbstvertretungsorganisationen haben Schröders Beitrag als grundlegend verfehlt zurückgewiesen. Die ISL e.V. (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben) betont in einem Kommentar vom 15. Dezember 2025: Persönliche Assistenz ist keine Sozialleistung auf Widerruf, sondern Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe. Der AssistenzTreff stellt in einem Faktencheck klar, dass persönliche Budgets im Schnitt 200–800 Euro monatlich kosten – nicht die von Schröder hervorgehobenen Extremfälle. Die Rechtslage ist eindeutig: Die UN-Behindertenrechtskonvention garantiert das Recht auf selbstbestimmtes Leben, das Bundesteilhabegesetz von 2016 verankert diesen Anspruch im deutschen Recht.

Das Framing als "Kostenproblem" verkennt laut nd-aktuell, dass institutionelle Pflege häufig teurer ist als persönliche Assistenz – die Betroffenen aber deutlich weniger Selbstbestimmung hätten. KlartextmitLilly benennt dieses Machtgefälle treffend.

Fazit

Das Reel trifft den Kern der Debatte: Schröders Argumentation reduziert Menschenwürde auf eine Haushaltsfrage und ignoriert die Rechtslage sowie die empirische Datenlage zu Assistenzkosten. Die Einordnung von KlartextmitLilly ist sachlich korrekt.