Lukas Pellio
Evangelischer Pfarrer in Cottbus, Studierendenseelsorger, Sprecher der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg

Über die Quelle
Lukas Pellio, geboren 1986, ist ein evangelischer Pfarrer und Studierendenseelsorger in Cottbus. Er wuchs in Rheinland-Pfalz auf und studierte Theologie in Marburg, Groningen und Berlin, wo er auch als Gefängnisseelsorger tätig war. Seit Dezember 2023 ist er als Studierendenpfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Cottbus aktiv; zuvor war er zweieinhalb Jahre Pfarrer in Spremberg, einer Stadt im südlichen Brandenburg mit rund 22.000 Einwohnern.
Pellio engagiert sich öffentlich und beharrlich gegen Rechtsextremismus in der Lausitz. In Spremberg baute er gemeinsam mit zwei Pfarrer-Kolleginnen das Bündnis Unteilbar Südbrandenburg auf, das Antifa-Aktivisten, konservative Gemeindemitglieder, Studierende, queere Jugendliche und zivilgesellschaftliche Initiativen zusammenbringt. Er organisiert Marktplatzfeste für Vielfalt, Gedenkgänge zum 9. November und offene Gemeindecafés, in denen ukrainische Geflüchtete, Kirchenchöre, Fahrradwerkstätten und politische Initiativen gemeinsam Raum nutzen.
Er ist einer der Sprecher der Initiative "Sichere Orte Südbrandenburg", einem Netzwerk sozialer, politischer und (sub-)kultureller Orte in Südbrandenburg, das sich gegen rechtsextreme Angriffe auf demokratische Räume zusammengeschlossen hat. Pellio setzt sich zudem für Kirchenasyl und LGBTQ+-Sichtbarkeit ein; im Juni 2023 wurde ein Molotow-Cocktail auf seine damalige Kirche in Spremberg geworfen, nachdem die Gemeinde eine Regenbogenfahne aufgehängt hatte. Das Attentat und seine Folgen führten bei ihm zu einem Burnout, von dem er sich mit einer dreimonatigen Auszeit erholte.
Pellio erhielt für sein Engagement einen Preis für zivilgesellschaftlichen Mut. Er äußert sich regelmäßig in Medien zu rechter Gewalt in der Lausitz und ist als Sprecher auf Veranstaltungen wie dem taz Panter Forum aktiv.
Links
- Evangelische Studierendengemeinde Cottbus (Kirchenkreis Cottbus)
- Lukas Pellio beim taz Panter Forum Cottbus 2024
- Hausbesuch: Burn-out in Brandenburg (taz, 2024)
- Interview bei Die Eule: "Wo sich die Kirche engagiert, öffnen sich auf einmal Türen"
- Pfarrer gegen Rechts (bref Magazin, 2022)
- AfD-Hochburg Spremberg: Pfarrer kämpft gegen Neonazis (chrismon, 2022)
- Mit Nagellack und Haltung für mehr Nächstenliebe (evangelisch.de, März 2026)
Faktenfackel Bewertung
Lukas Pellio ist eine gut dokumentierte Stimme des zivilgesellschaftlichen Widerstands gegen Rechtsextremismus in der Lausitz. Er ist kein Aktivist im klassischen Sinne, sondern ein Kirchenvertreter, der sein Amt explizit politisch versteht. Seine Aussagen zu rechter Gewalt und zu demokratischen Räumen in Südbrandenburg sind in mehreren unabhängigen Medien belegt und konsistent.
Seine Glaubwürdigkeit als Quelle ist hoch: Er berichtet aus konkreter Betroffenheit (Brandanschlag auf seine Kirche, körperliche Angriffe auf dem Marktplatz, Eindringen von Neonazis in sein Wohnhaus im April 2026), ist namentlich öffentlich, und seine Angaben wurden mehrfach durch Medien wie taz, chrismon und evangelisch.de unabhängig bestätigt. Bias: Er positioniert sich eindeutig antifaschistisch und kirchlich-links; seine Einschätzungen sind keine neutrale Berichterstattung, sondern Stellungnahmen aus einer klar benannten Perspektive.
Fazit
Lukas Pellio ist als Quelle zu rechtsextremer Gewalt in Cottbus und Südbrandenburg gut geeignet. Seine Aussagen sind durch öffentliche Medienberichte und seine eigene institutionelle Rolle (Kirchenamt, Sprecher-Funktion bei "Sichere Orte Südbrandenburg") belegt und einordbar.