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Stand: 02.04.2026

Marcant trifft rechten Aussteiger, der durch seine Videos die AfD hinter sich ließ

Link Beschreibung

Marcant trifft auf einer Veranstaltung einen jungen Mann, der nach eigenen Angaben früher die AfD unterstützte und bei einer Demo von Nico dabei war - nach eigener Aussage eben jene Demo, bei der Marcant eine Fahne gegen den Kopf bekam. Der Clip zeigt, wie Marcant den Aussteiger seinem aktuellen Gesprächspartner (einem anderen AfD-Sympathisanten) als Beispiel vorstellt. Der Aussteiger erklärt kurz, warum er seine Meinung geändert hat: "Rassismus ist aber scheiße, habe ich gemerkt."

Im Kontext des Clips wird auch gezeigt, wie der andere Gesprächspartner auf Nachfrage erklärt, man sei "nur gegen Ausländer, die sich nicht integrieren" - woraufhin aus dem Hintergrund Rufe kommen: "Weiß! Normal! Hetero!" Als Reaktion auf die Frage nach dem Pornokonsum kommt: "Pornos sind der Untergang Deutschlands."

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das Reel dokumentiert eine direkte Begegnung auf einer Demo oder Veranstaltung und zeigt zwei Phänomene nebeneinander: erstens einen vermeintlichen Deradikalisierungsfall (junger Mann, der durch Marcants Videos aus der AfD-Unterstützung ausgestiegen sein will), zweitens die Weltanschauung des aktuellen Gesprächspartners, die sich im Verlauf des Clips als völkisch-rassistisch zu erkennen gibt. Die Rufe "Weiß! Normal! Hetero!" sind eine bekannte Parole aus dem rechtsextremen Milieu, die unter anderem bei Störaktionen gegen Christopher-Street-Day-Veranstaltungen eingesetzt wird - dokumentiert etwa bei nd-aktuell.de: "Weiß, normal, hetero": Wenn Neonazis gegen CSDs mobilisieren.

Die Aussage des Aussteigers ist eine persönliche Erzählung und nicht unabhängig verifizierbar. Für den Wert des Clips als Quellenbeleg spielt das aber eine untergeordnete Rolle: Das Reel ist primär ein Zeugnis über die Denkmuster von AfD-Sympathisanten, wie sie sich in direkten Gesprächen äußern.

Marcants Methode, Interviews direkt auf Demos und Veranstaltungen zu führen, ist Teil seines dokumentarischen Formats. Er reist seit Jahren durch Deutschland zu rechtsextremen Protesten und sucht dort direkte Gespräche - beschrieben etwa im Tagesspiegel: "Dieser Youtuber zeigt, was es bringen kann". Die gezeigten Aussagen stammen von selbst sprechenden Personen und werden nicht nachträglich bewertet oder verfälscht.

Fazit

Der Clip ist ein anschauliches Beispiel für Marcants Interviewarbeit an der Basis rechter Milieus. Er enthält keine falschen Tatsachenbehauptungen seitens Marcant; die Aussagen der Gesprächspartner sprechen für sich. Ob der dargestellte Deradikalisierungsfall echt ist, lässt sich nicht überprüfen.