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Stand: 27.03.2026

Faktencheck: 528 Millionen Kindergeld auf ausländischen Konten – kein Skandal

Wahr

Link Beschreibung

Maurice Höfgen zum Kindergeld für im Ausland lebende Kinder – Fakten gegen politische Mythen.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Ende Januar 2026 berichteten mehrere Medien, darunter Nius, über "Rekordüberweisungen": 528 Millionen Euro Kindergeld seien 2025 auf ausländische Konten geflossen. Nius verknüpfte dies mit einer Gesamtzahl von 12,7 Milliarden Euro an Ausländer, was den Eindruck eines systematischen Missbrauchs erweckte.

Höfgens Einordnung entspricht der tatsächlichen Faktenlage. Wie der Volksverpetzer und Infranken dokumentieren:

  • Die 528 Millionen Euro entsprechen weniger als einem Prozent der Gesamtausgaben von rund 55 Milliarden Euro für Kindergeld 2025.
  • Ein ausländisches Konto bedeutet nicht, dass das Kind im Ausland lebt. Viele Familien haben ausländische Konten, die Kinder leben aber in Deutschland.
  • Kindergeld ins Ausland ist EU-rechtlich vorgeschrieben, wenn der Elternteil in Deutschland arbeitet und sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.
  • Die Bundesagentur für Arbeit konstatiert, dass Missbrauch nur in Einzelfällen festgestellt wurde.

Nius' Darstellung, die beide Zahlen (528 Mio. und 12,7 Mrd.) zusammengeworfen hatte, war irreführend.

Fazit

Höfgens Einordnung ist korrekt: Die Berichterstattung über Kindergeld auf ausländischen Konten erzeugte durch Kontextverlust einen falschen Skandaleindruck. Die Zahlungen entsprechen EU-Recht und haben keine außergewöhnliche Missbrauchsquote.