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Stand: 20.04.2026

Parabelritter entlarvt die große AfD-Lüge

Link Beschreibung

YouTube-Video von Maurice Höfgen (Kanal "Geld für die Welt") vom 11. Januar 2026, rund 33 Minuten. Höfgen kommentiert und ergänzt ein Video von Der Dunkle Parabelritter, in dem dieser die AfD-Behauptung widerlegt, eine AfD-Regierung würde den Wohlstand der einfachen Bevölkerung steigern. Der Kern der analysierten AfD-Lüge: Die Partei verspricht massive Steuersenkungen, die vor allem Geringverdienern und Arbeitnehmern zugutekommen sollen - tatsächlich aber vor allem Reichen nutzen und für den Staat eine nie gegenfinanzierte Lücke von über 180 Milliarden Euro aufreißen würden.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das Video analysiert zentrale Wirtschaftsversprechen der AfD zur Bundestagswahl 2025 und setzt sie in Relation zu unabhängigen Berechnungen von Wirtschaftsinstituten.

Das AfD-Steuerprogramm und seine Verteilungswirkung

Die AfD versprach zur Wahl ein "Kirchhof-Modell": einen einheitlichen Einkommensteuersatz von 25 Prozent für alle statt eines progressiven Tarifs. Höfgen zitiert Berechnungen des arbeitgebernahen IW Köln, nach denen bei einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro rund 1.000 Euro jährliche Entlastung anfielen, bei 130.000 Euro dagegen rund 5.000 Euro. Das DIW Berlin hat errechnet, dass von der AfD-Einkommensteuerreform rund 80 Milliarden Euro an die reichsten 10 Prozent der Haushalte flössen, 45 Milliarden davon allein ans reichste 1 Prozent. Das ärmste Drittel der Bevölkerung ginge leer aus, weil es ohnehin zu wenig verdient, um von einer Einkommensteuersenkung zu profitieren.

Die Finanzierungslücke

Alle unabhängigen Wirtschaftsinstitute kommen bei der AfD-Steuerpolitik zum gleichen Schluss: Das Programm ist nicht finanzierbar. Das KATAPULT Magazin fasst zusammen, dass das AfD-Steuerkonzept die größte Finanzierungslücke aller Parteien aufweist. Das IW Köln kommt auf jährlich rund 149 Milliarden Euro an fehlenden Steuereinnahmen; das DIW auf über 181 Milliarden Euro. Im Video demonstriert Höfgen live anhand des Bundeshaushaltsplaners, welche Ministerien gestrichen werden müssten, um diese Summe einzusparen: Verteidigung, Verkehr, Forschung, Gesundheit, Inneres und Bildung zusammen kämen noch nicht mal auf diesen Betrag.

Chrupallas Gegenfinanzierungsversuche im Interview entlarvt

Besonders aufschlussreich ist ein eingeschnittenes Interview zwischen Parabelritter und Tino Chrupalla, dem AfD-Bundessprecher. Auf die Frage nach der Gegenfinanzierung von 130 bis 180 Milliarden Euro nennt Chrupalla Einzelposten: Ukraine-Hilfen (30 Mrd.), EU-Zahlungen (17,5 Mrd.), Entwicklungshilfe (11 Mrd.), Demokratiefördergesetz (1 Mrd.) - zusammen kommt er auf maximal 60 Milliarden, bleibt also 70 bis 120 Milliarden schuldig. Auf die direkte Konfrontation damit wechselt Chrupalla das Thema.

Der Euro-Austritt und seine Folgen

Das Video behandelt auch die historische AfD-Forderung nach einem Euro-Austritt. Ein IW Köln-Dexit-Gutachten berechnet, dass ein EU-Austritt Deutschlands 690 Milliarden Euro kosten und 2,5 Millionen Arbeitsplätze gefährden würde. Im Interview erkennt Chrupalla nicht einmal den Grundmechanismus, dass eine Abwertung des Euro gegenüber einer deutschen Nationalwährung Exporte teurer macht, und behauptet das Gegenteil der ökonomischen Realität.

Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte

Höfgen ergänzt, was Parabelritter im verlinkten Video anspricht: Die AfD will das Streikrecht durch vorgeschriebene Schlichtungsverfahren beschneiden, ist gegen das Tariftreuegesetz, hat den Mindestlohn grundsätzlich abgelehnt und forderte zuletzt noch, Saisonarbeiter vom Mindestlohn auszuschließen. Gleichzeitig ist die zweitgrößte Wählergruppe der AfD laut Höfgen Arbeitslose - die Partei, die am härtesten gegen soziale Absicherung agiert, hat paradoxerweise besonders viele Wähler in sozial schwachen Lagen.

Fazit

Die im Video analysierten AfD-Wirtschaftsversprechen lassen sich durch unabhängige Berechnungen mehrerer Wirtschaftsinstitute klar widerlegen: Das Steuerprogramm bevorzugt Reiche, ist nicht gegenfinanziert und würde zu einer staatlichen Handlungsunfähigkeit führen. Der Euro-Austritt würde nach allen verfügbaren Studien Millionen Industriejobs vernichten. Die Analyse von Höfgen und Parabelritter ist durch Primärquellen gut belegt.