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Stand: 28.03.2026

AfD Lüge, Deutschland bezahlt Peru Radwege

Irreführend

Link Beschreibung

Stefan (Mutmacher) räumt mit der AfD-Behauptung auf, Deutschland "verschenke" Steuergelder für Radwege in Peru. Er erklärt die tatsächliche Funktionsweise der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und warum das Projekt selbst nach der Logik der AfD sinnvoll wäre.

Das zentrale Argument: Es handelt sich um Darlehen, nicht um Geschenke. Die KfW vergibt Kredite, die verzinst zurückgezahlt werden. Deutschland verdient daran sogar. Hinzu kommt, dass Peru der einzige lateinamerikanische Staat mit positiver Handelsbilanz gegenüber Deutschland ist.

Zitat aus dem Reel:

"Deutschland schenkt nicht einfach Peru Geld, damit die dort Radwege bauen. Nein, wir verleihen es. Es handelt sich um Darlehen, die werden zurückgezahlt und wir werden daran sogar noch verdienen, weil darauf natürlich Zinsen erhoben werden."

"Nach der Argumentation der AfD ist es absolut sinnvoll, dass man, weil man ja keine Flüchtlinge aus Peru hier in Deutschland haben möchte, frühzeitig eine Fluchtursache bekämpft."

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die AfD-Behauptung, Deutschland "finanziere" oder "bezahle" peruanische Radwege, ist in dieser Form irreführend bis falsch. Die tatsächliche Sachlage laut BMZ und KfW:

Von den rund 200 Millionen Euro deutscher Entwicklungszusammenarbeit mit Peru im Bereich Mobilität fließen 44 Millionen Euro als Zuschüsse in den Aufbau eines Fahrradwegnetzes in Lima (BMZ, Projekt "Nachhaltige Mobilität in Lima"). Die übrigen 155 Millionen Euro sind KfW-Darlehen für ein umweltfreundliches Bussystem, also rückzahlbare Kredite (KfW Projektdatenbank).

Die oft genannte Zahl von "315 Millionen Euro für Radwege" wurde von der damaligen AfD-Abgeordneten Joana Cotar in einer Bundestagsrede genannt und ist sachlich falsch: Die Gesamtsumme betrifft verschiedene Projekte und Finanzierungsarten, und der Großteil sind rückzahlbare Darlehen, keine Zuschüsse für Radwege. Der Vorwärts-Faktencheck dazu: 315 Millionen Euro für Radwege in Peru: Warum diese Zahl nicht stimmt.

Peru hat selbst großes Interesse an dem Projekt, weil die Luftqualität in Lima chronisch schlecht ist und die Stadt aktiv Alternativen zum Autoverkehr fördert. Das ist kein ideologisches Prestigeprojekt Deutschlands, sondern eine Antwort auf einen lokalen Bedarf.

Stefan macht außerdem das Widerspruchsargument deutlich: Wer Fluchtursachen bekämpfen will (ein erklärtes AfD-Ziel), müsste für genau solche Investitionen sein. Ein kosteneffizienter Kredit, der Fluchtursachen mindert und gleichzeitig Zinserträge bringt, passt eigentlich in das Weltbild, das die AfD propagiert.

Fazit

Die AfD-Darstellung ist irreführend: Es geht nicht um ein Geschenk, nicht nur um Radwege und nicht um eine sinnlose Ausgabe. Das Darlehensmodell der KfW ist wirtschaftlich solide, und das Mobilitätsprojekt dient dem erklärten Ziel der Fluchtursachenbekämpfung. Stefans Debunking ist sachlich korrekt und gut recherchiert.