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Stand: 27.03.2026

Vulkangruppe distanziert sich von Anschlag auf Berliner Infrastruktur

Link Beschreibung

Mutmacher kommentiert die Distanzierung einer sich als ursprüngliche Vulkangruppe bezeichnenden Gruppe vom Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz vom 3. Januar 2026. Er präsentiert dies als Beleg für eine mögliche False-Flag-Operation und fordert parteiübergreifendes Handeln zum Schutz kritischer Infrastruktur.

Im Reel heißt es laut aufgezeichneter Bildbeschreibung: Die Gruppe habe auf Indymedia veröffentlicht, ihr Name sei "in den letzten Jahren missbraucht worden" und sie selbst habe nichts mit dem Anschlag zu tun. Mutmacher knüpft daran die Vermutung, der Anschlag sei eine "gezielte False Flag Operation", die "unsere Solidarität mit der Ukraine brechen" solle. Er erwähnt zudem eine kurz vor dem Anschlag eingereichte AfD-Anfrage an die Bundesregierung zur Stromversorgung als passendes Mosaiksteinchen.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz in Lichterfelde am 3. Januar 2026 ist gut dokumentiert: Rund 45.000 Haushalte waren ohne Strom, S-Bahn und Ampeln fielen aus. Eine sich "Vulkangruppe: Den Herrschenden den Saft abdrehen" nennende Gruppe bekannte sich via RBB und Indymedia zur Tat. Correctiv berichtet, dass Verfassungsschutz und Berliner LKA das Bekennerschreiben als authentisch einstufen.

Am 8. Januar 2026 – einen Tag vor der Veröffentlichung dieses Reels – veröffentlichte eine sich als "ursprüngliche Vulkangruppe" (aktiv seit 2011) bezeichnende Gruppe auf Indymedia eine Distanzierung: Sie habe nichts mit dem aktuellen Anschlag zu tun und ihr Name werde für Aktionen der letzten Jahre "missbraucht". Die taz berichtete ausführlich über diese Distanzierung und betonte, dass die Authentizität solcher Erklärungen auf anonymen Plattformen "objektiv nicht final überprüfbar" sei.

Die False-Flag-Theorie, die Mutmacher andeutet, wurde von Berlins Polizei-Vizepräsident Marco Langner laut ZDF-Bericht als unbegründet zurückgewiesen – es gebe "keinerlei Hinweise auf russische Täter". Correctiv hat zudem in einem separaten Faktencheck ein viral verbreitetes Video-"Statement der Vulkangruppe" als Fälschung enttarnt: Es stammte aus einem über 20 Jahre alten Graffiti-Dokumentarfilm ("Pure Hate", 2004).

Mutmachers Hauptbotschaft – die Distanzierung der alten Vulkangruppe – ist faktisch korrekt, die Distanzierung fand statt. Seine Schlussfolgerung (False-Flag-Verdacht auf Russland) geht jedoch über das hinaus, was die Faktenlage hergibt. Die Forderung nach einem einheitlichen Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur ist eine politische Position, kein überprüfbarer Sachverhalt.

Fazit

Die berichtete Distanzierung der historischen Vulkangruppe ist belegt. Die daraus abgeleitete False-Flag-These ist spekulativ und wurde von den zuständigen Behörden nicht bestätigt. Die redaktionelle Einordnung als Linksextremismus-Kontext (nicht Rechtsextremismus) ist sachlich korrekt.