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Philip Stein

Rechtsextremer Aktivist aus Dresden, Leiter des vom Verfassungsschutz beobachteten Kampagnenprojekts Ein Prozent und Inhaber des Jungeuropa Verlags.

Bildquelle: ©Philip Stein
Bildquelle: ©Philip Stein

Philip Stein (geboren am 1. Juli 1991 in Fritzlar) ist ein deutscher rechtsextremer Aktivist, Verleger und Publizist. Er leitet seit 2015 das vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Kampagnenprojekt "Ein Prozent für unser Land" und betreibt seit 2016 den in Dresden ansässigen Jungeuropa Verlag. Stein bezeichnet sich selbst öffentlich als "rechtsradikal" und gilt als einer der zentralen Netzwerker der "Neuen Rechten" in Deutschland.

Biografie

Stein wuchs in Fritzlar (Hessen) auf und nahm nach dem Abitur ein Studium der Geschichtswissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Philipps-Universität Marburg auf, das er ohne Abschluss abbrach. Während seiner Studienzeit trat er der Marburger Burschenschaft Germania bei, die vom hessischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Von 2017 bis 2020 war Stein Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft.

Bereits 2013 veröffentlichte er gemeinsam mit Felix Menzel das Buch "Junges Europa: Szenarien des Umbruchs" und trat damit erstmals als publizistischer Akteur der Neuen Rechten in Erscheinung.

Aktivitäten

Ein Prozent für unser Land

Seit 2015 ist Stein Leiter des Kampagnenprojekts "Ein Prozent für unser Land". Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte den Verein zunächst als Verdachtsfall ein und führt ihn inzwischen als gesichert rechtsextremistische Bestrebung. Das Projekt inszeniert sich als außerparlamentarische "Bürgerbewegung", agitiert jedoch nach Einschätzung von Rechercheplattformen wie Belltower.News gezielt gegen demokratische Institutionen und unterhält enge personelle Verbindungen zur AfD und zur Identitären Bewegung.

Jungeuropa Verlag

Der 2016 in Dresden gegründete Jungeuropa Verlag publiziert schwerpunktmäßig Übersetzungen neurechter, rechtsextremer und faschistischer Autoren sowie historisches Material aus dem Umfeld des Nationalsozialismus, etwa Bände zu "Esten und Letten in der Waffen-SS". Zum Programm zählt nach taz-Recherchen unter anderem ein Roman mit einem Vorwort des US-amerikanischen Rechtsextremen Richard Spencer. Auf der Frankfurter Buchmesse führte die Präsenz des Verlags wiederholt zu Boykottaufrufen anderer Aussteller.

Internationale Vernetzung und öffentliche Auftritte

Stein ist international in faschistische Netzwerke eingebunden. 2017 sprach er als Referent auf einem Kongress der italienischen neofaschistischen Organisation CasaPound in Rom, 2019 nahm er an einem CasaPound-Gedenkmarsch teil. 2018 war er Redner auf einer Veranstaltung der Identitären Bewegung in Dresden.

Am 25. März 2026 wurde Stein von den AfD-Europaabgeordneten Mary Khan und Alexander Jungbluth ins Europäische Parlament eingeladen, wo er laut Recherchen des Global Project Against Hate and Extremism einen Vortrag über vermeintliche "linksextreme Strukturen" hielt.

Ideologische Einordnung

Stein bezeichnet sich selbst öffentlich als "rechtsradikal" und bekennt sich offen zu Positionen der sogenannten Neuen Rechten. Seine Aktivitäten verbinden publizistische, organisatorische und aktivistische Stränge des rechtsextremen Milieus: Als Leiter von Ein Prozent steht er einem vom Verfassungsschutz beobachteten Akteur vor, als Verleger veröffentlicht er ideologisches Material für die rechtsextreme Szene, und als Netzwerker verbindet er AfD, Identitäre Bewegung, Burschenschaften und internationale faschistische Organisationen wie CasaPound. In Dossiers der Anti-Rechts-Recherche, etwa durch das Antifa Recherche Team Dresden und das dokmz, wird er als einer der aktivsten Strategen der jüngeren deutschen Rechtsextremen beschrieben.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Philip Stein ist keine neutrale Informationsquelle, sondern Protagonist des rechtsextremen Milieus in Deutschland. Die von ihm geführten Organisationen (Ein Prozent, Jungeuropa Verlag) sind in der Verfassungsschutz-Beobachtung dokumentiert beziehungsweise publizieren offen im Spektrum der Neuen Rechten. Seine Selbstbezeichnung als "rechtsradikal", seine Rednerauftritte bei CasaPound und der Identitären Bewegung sowie seine Rolle als Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft belegen eine gefestigte rechtsextreme Positionierung.

Aussagen, Publikationen und Kampagnen, die von Stein oder seinen Organisationen stammen, sind für die Faktenfackel ausschließlich als Untersuchungsgegenstand relevant, nicht als Beleg. Sie dienen der Dokumentation rechtsextremer Diskursstrategien, Narrative und Netzwerke.

Fazit

Philip Stein ist für die Faktenfackel keine belastbare Quelle, sondern ein zentraler Akteur der deutschen Rechtsextremen, dessen Aktivitäten und Publikationen journalistisch eingeordnet werden. Seine Auftritte und Äußerungen sind dokumentarisch wichtig, weil sie die Verzahnung von AfD, Identitärer Bewegung, Burschenschaften und neofaschistischen Netzwerken wie CasaPound konkret sichtbar machen. Inhaltliche Behauptungen aus seinem Umfeld müssen grundsätzlich gegen unabhängige Primärquellen gegengeprüft werden.