Link Beschreibung
Reel auf dem Kanal von Folgsschwärmer, in dem Sina Reisch als Augenzeugin den Polizeieinsatz auf der B49 bei Gießen am 29. November 2025 kommentiert. Sie kritisiert die Berichterstattung von Gregor Lischkar im Deutschlandfunk-Politik-Podcast, der behauptet hatte, es habe vor dem Einsatz eine Durchsage der Polizei gegeben.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Am 29. November 2025 fand in Gießen eine Großdemonstration gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" statt, an der rund 25.000 Menschen teilnahmen. Im Verlauf des Tages gab es auf der B49 einen Polizeieinsatz gegen einen Demonstrationszug, der auf Videos festgehalten wurde und viral ging. Zentrale Streitfrage: Hat die Polizei vor dem Einsatz eine Durchsage gemacht?
Sina Reisch war selbst vor Ort und sagt im Video: "Ich habe keine Durchsage gehört und ich habe mich jetzt noch mal rückversichert mit fünf anderen Leuten darüber gesprochen und mit einem Pressefotografen, der auch vor Ort war. Niemand von uns hat irgendeine Durchsage gehört." Sie gibt an, auch auf ihren eigenen Videoaufnahmen keinen Lautsprecherwagen zu sehen.
Diese Einschätzung wird durch den CORRECTIV-Faktencheck vom Dezember 2025 gestützt: In keinem der vorliegenden Videos sei eine Durchsage zu hören. Die Polizei selbst gab gegenüber CORRECTIV an, der Zug sei aus 50 Metern Entfernung aufgefordert worden zu stoppen, jedoch "ohne technische Unterstützung", also ohne Lautsprecher. Hessens Innenminister Roman Poseck sprach von einer "Androhung von Zwangsmaßnahmen", ohne auf die Frage der Hörbarkeit einzugehen. Die Staatsanwaltschaft Gießen prüft Strafanzeigen, darunter auch gegen zwei Polizeibeamte wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt.
Reisch kritisiert explizit Gregor Lischkar vom Deutschlandfunk-Politik-Podcast, der sich auf eine Demonstrantin berufen hatte, die von einer Durchsage auf der B49 berichtet hatte, selbst aber nicht vor Ort war. Reisch hält entgegen, dass auf der B49 an dem Tag mehrere Gruppen unterwegs waren (u.a. der "Blaue Finger") und die Aussage der Demonstrantin sich möglicherweise auf einen anderen Ort oder eine andere Gruppe bezogen habe.
Fazit
Das Video ist ein persönlicher Erfahrungsbericht einer Augenzeugin, der eine konkrete journalistische Falschdarstellung kritisiert. Die Kernaussage, keine hörbare Durchsage vor dem Einsatz, deckt sich mit den Ergebnissen des CORRECTIV-Faktenchecks und dem Eingeständnis der Polizei, die Aufforderung ohne technische Unterstützung gemacht zu haben. Die Kritik an Lischkars Methode (Hörensagen statt eigene Recherche) ist sachlich berechtigt. Das Video enthält keine überprüfbaren Falschaussagen.
