Link Beschreibung
Reel von "The Woke Ginger" (Justin Kralemann, St. Louis). Originaltitel: "Pepsi loses $1 billion after price gauging their customers with $7 bags of Doritos." Kommentiert die Konzernreaktion auf Konsumentenprotest gegen die hohen Preise für Doritos (Frito-Lay/PepsiCo).
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die Kernbehauptung, PepsiCo habe durch überteuerte Doritos massiven finanziellen Schaden erlitten, ist im Wesentlichen korrekt, aber in Details vereinfacht.
Die Preiserhöhungen: Laut dem Reel stieg der Preis von Doritos zwischen 2021 und 2024 um 50 Prozent. Als konkretes Beispiel gibt Bloomberg an, dass eine 410-g-Familienpackung Doritos bei Walmart zwischen 2021 und 2025 um fast 50 Prozent auf 5,94 Dollar stieg. Manche Packungsgrößen kosteten zeitweise über 7 Dollar. Parallel dazu betrieb Frito-Lay Shrinkflation: Die Standardpackungen enthielten weniger Chips, ohne dass die Preise sanken. US-Senatorin Elizabeth Warren und eine Kongressabgeordnete schrieben im Oktober 2024 an PepsiCo-CEO Ramon Laguarta und bezeichneten das als Profitmacherei auf Kosten der Verbraucher (Bakery & Snacks: PepsiCo, General Mills, Coca-Cola slammed for shrinkflation tactics, Oktober 2024).
Die finanziellen Folgen: Ab 2023 begannen Verbraucher, die Preise abzulehnen. Frito-Lay North Americas Umsatz rutschte 2024 ins Minus. Laut Bloomberg verfehlte Frito-Lay seine internen Umsatzziele zwei Jahre in Folge um jeweils mehr als eine Milliarde Dollar (Bloomberg: PepsiCo Cuts Chip Prices After $7 Doritos Hurt Frito-Lay Sales, 7. April 2026; TipRanks: PepsiCo Frito-Lay missed internal revenue targets for two years, Bloomberg says). Der Börsenwert des gesamten PepsiCo-Konzerns brach zwischen 2023 und Ende 2025 um rund 50 Milliarden Dollar ein (Fortune: Doritos prices jumped 50% in four years, 7. April 2026).
Was das Reel vereinfacht: Das Reel spricht von einem "Verlust von einer Milliarde Dollar", was irreführend ist. Es handelt sich nicht um einen buchhalterischen Verlust, sondern darum, dass Frito-Lay seine eigenen internen Umsatzziele um mehr als eine Milliarde Dollar verfehlte. Die Gesamtumsätze blieben positiv, wenn auch rückläufig. Außerdem verwendet das Reel den Begriff "price gauging" (vermutlich als Schreibfehler für "price gouging"), ein Begriff, der im US-Recht eigentlich Preistreiberei in Notlagen bezeichnet. Ob die Preiserhöhungen von PepsiCo technisch als "price gouging" gelten, ist unter Ökonomen umstritten: Viele sehen die Erhöhungen eher als "Greedflation", also Gewinnmaximierung über die Inflationsrate hinaus, nicht als klassisches Price Gouging (CNBC: Kamala Harris wants to take on price gouging. It's hard to find agreement on what it even is, September 2024).
Die Reaktion: Im Januar 2024 verbannte der französische Supermarktriese Carrefour PepsiCo-Produkte (Doritos, Cheetos, Pepsi) aus seinen Regalen in Frankreich, Belgien, Italien und Spanien mit dem Hinweis auf "inakzeptable Preiserhöhungen" (France 24: French supermarket Carrefour pulls Pepsico products over 'unacceptable price increases', 5. Januar 2024). Im Februar 2026 senkte PepsiCo die Preise für viele Snackprodukte um bis zu 15 Prozent (Fortune: PepsiCo is cutting prices for snacks like Doritos by 'up to 15%', 4. Februar 2026).
Fazit
Die Kernaussage des Reels stimmt: PepsiCo hat durch aggressive Preiserhöhungen bei Doritos und anderen Frito-Lay-Produkten erheblichen finanziellen Schaden erlitten und musste die Preise schließlich wieder senken. Die Darstellung als "Verlust von einer Milliarde Dollar" ist aber eine Vereinfachung; es handelt sich um verfehlte interne Umsatzziele, nicht um einen bilanziellen Verlust. Der Begriff "price gouging" ist zudem im technischen Sinn ungenau.
