Thomas Laschyk
Gründer, Chefredakteur und Geschäftsführer von Volksverpetzer

Über die Quelle
Thomas Laschyk wurde 1992 in Augsburg geboren und studierte Internationale Literatur an der Universität Augsburg (Master of Arts). Seine Masterarbeit befasste sich mit Storytelling in Social-Media-Fake-News - ein Thema, das zum roten Faden seines beruflichen Lebens werden sollte.
2014 gründete er als Student auf Facebook das Weblog Volksverpetzer. Ursprünglich widmete es sich der Augsburger Kommunalpolitik und Stadtkultur; erst die Flüchtlingskrise 2015 lenkte den Fokus dauerhaft auf Desinformation, Hassrede und Rechtsextremismus. Seitdem ist Laschyk Chefredakteur und Geschäftsführer des Volksverpetzer.
Sein Markenzeichen ist ein bewusst emotionaler, mitunter reißerischer Stil, der die Methoden von Desinformationskampagnen gegen diese wendet: auffällige Überschriften, klares Framing, emotionale Ansprache. Laschyk argumentiert, dass nüchterner Faktenjournalismus allein strukturell benachteiligt ist, weil er dieselbe Aufmerksamkeit braucht wie die Lügen, die er korrigiert. Kritiker halten diesen Ansatz mitunter für zu kampagnenorientiert und zu weit von klassischen journalistischen Neutralitätsgeboten entfernt.
Der Volksverpetzer beschäftigt laut eigenen Angaben (Stand 2024/2025) rund 13 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit und finanziert sich vollständig über Crowdfunding, vor allem via Steady. Die Plattform verzeichnete zeitweise über 2.000 zahlende Mitglieder mit einem monatlichen Beitragsvolumen von rund 12.000 Euro.
Gemeinnützigkeit-Entzug 2024
Im April 2024 entzog das Finanzamt dem Volksverpetzer die Gemeinnützigkeit rückwirkend ab 2021. Als Begründung führte die Behörde an, dass die Satzung die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit nicht mehr erfülle und die Tätigkeit zu sehr journalistischer Arbeit ähnle. Laschyk berichtete öffentlich darüber und appellierte an die Politik: Die damalige Ampelkoalition hatte angekündigt, gemeinnützigen Journalismus als Zweck im Gemeinnützigkeitsrecht zu verankern, kam aber nicht mehr dazu. Finanziell kostete der Entzug den Volksverpetzer einen hohen fünfstelligen Betrag.
Buchveröffentlichungen
2024 veröffentlichte Laschyk sein Hauptwerk "Werbung für die Wahrheit: Überlasst die guten Geschichten nicht den Fake News" (Rowohlt), das die Spiegel-Bestsellerliste erreichte. Darin beschreibt er seine Theorie, wonach Faktencheck und Aufklärung dieselben emotionalen und narrativen Werkzeuge einsetzen müssen wie Desinformation, um wirksam zu sein.
Preise und Auszeichnungen
- Goldener Blogger 2019 (als "Blogger des Jahres 2019", verliehen März 2020)
- Facts Hero Award 2022 in der Kategorie Medien & Blogs
- Marion-Samuel-Preis 2025 der Stiftung Erinnerung, verliehen am 9. April 2025 in Augsburg unter Schirmherrschaft der Stadt Augsburg
Links
- Volksverpetzer
- Thomas Laschyk auf Wikipedia
- X/Twitter: @volksverpetzer
- "Werbung für die Wahrheit" (Buch, 2024)
- Über uns - Volksverpetzer
Faktenfackel Bewertung
Thomas Laschyk ist eine der bekanntesten Stimmen des deutschen Anti-Desinformations-Journalismus. Sein Volksverpetzer gehört zu den meistgelesenen deutschen Faktencheck-Blogs und erreicht zusammen auf allen Plattformen weit über eine Million Follower (Instagram allein rund 447.000).
Die inhaltliche Qualität ist grundsätzlich hoch: Laschyk belegt seine Einordnungen, verlinkt Primärquellen und korrigiert nachweislich falsche Behauptungen. Gleichzeitig ist der Volksverpetzer offen politisch positioniert, klar antirechts und pro-Demokratie. Das schließt keine seriöse Faktenarbeit aus, bedeutet aber, dass Laschyk kein Anspruch auf Allparteilichkeit erhebt und auch keinen stellt. Wer nach wertneutraler Berichterstattung sucht, wird beim Volksverpetzer nicht fündig - das ist Absicht, keine Schwäche.
Der Stilansatz, Fake-News-Methoden gegen Desinformation zu wenden, ist journalistisch legitim diskutierbar. Es kommt vor, dass Überschriften dramatischer formuliert sind als der Inhalt rechtfertigt. Trotzdem steht der faktische Kern der meisten Artikel auf solidem Boden.
Für Faktenfackel ist Laschyk bzw. der Volksverpetzer eine verlässliche Sekundärquelle für Faktencheck-Einordnungen, insbesondere zu Rechtsextremismus, AfD und Verschwörungsideologien - mit dem Hinweis auf die klare politische Positionierung.
Fazit
Thomas Laschyk ist ein engagierter Journalist und Aktivist, der mit dem Volksverpetzer einen wirkungsvollen Beitrag zur Bekämpfung von Desinformation leistet. Seine Arbeit ist inhaltlich belastbar, aber bewusst parteiisch im Sinne von Demokratie und Faktentreue - was ihn zu einer verlässlichen, aber einzuordnenden Quelle macht.