Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf Nachfrage eines Journalisten (Roland Preuß, Süddeutsche Zeitung) bei der Bundespressekonferenz zur PKS 2025 am 20. April 2026. Gefragt wurde, inwiefern der Rückgang der Migration für den Rückgang der Kriminalitätszahlen verantwortlich sei.
Ich glaube, man muss da gar nicht so viel hineinpretieren, sondern das ist ein relativ simpler Zusammenhang, wenn die tatverdächtigen Belastungszahlen so unterschiedlich hoch sind ... dann hat natürlich eine geringere Ankunftszahl daraus Auswirkung, wie viele Straftaten, wie viel Gewalttaten entstehen. Und wenn dann auch noch dazu kommt, dass wir, das trifft ja zu, die Inzidenz besonders hoch ist nach einer kurzen Zeit der Ankunft, wenn auch da eben die Zahl der Ankommenden deutlich verringert wird, dann finden auch diese Straftaten nicht statt. Und diesen simplen Zusammenhang, den kann man jetzt statistisch hinterlegen oder man kann den sich einfach herleiten, aber es ist natürlich ein wesentlicher Grund dafür, dass wir in diesem Bereich jetzt auch sinkende Kriminalitätszahlen sehen.
Dobrindt präsentiert Migration hier als "wesentlichen Grund" für den Kriminalitätsrückgang - und das als "simplen Zusammenhang". Tatsächlich sind die PKS-Zahlen 2025 komplexer: Die Gesamtkriminalität sank um 5,6 Prozent, bei Zuwanderern sogar um 9,2 Prozent (laut IMK-Vorsitzendem Andy Grote). Bereinigte man um die Cannabislegalisierung und ausländerrechtliche Verstöße (die nur Nichtdeutsche begehen können), landet man laut BKA bei einem Rückgang von 3,5 Prozent. Die geringere Migration ist also ein Faktor unter mehreren, Innensenator Grote selbst warnte, man könne den Anteil "nicht seriös quantifizieren". Dobrindts Framing als "wesentlicher" und "simpler" Zusammenhang überhöht diesen einen Faktor und blendet andere Ursachen wie verstärkte Polizeipräsenz, Waffenverbote und demografische Effekte aus.
Kurz: Nein, das, was Dobrint wieder, wider besseres Wissen, aussagt in einer Pressekonferenz, ist wie in den Jahren davor schon widerlegt.