Zur Quelle "Andreas Audretsch" springen
Stand: 28.03.2026

Andreas Audretsch: Die AfD nutzt Nazi Sprüche

Link Beschreibung

Video vom 26. Dezember 2025, in dem Andreas Audretsch (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) erklärt, wie die AfD bewusst Zitate aus der Zeit des Nationalsozialismus nutzt und die Wehrmacht glorifiziert.

Genannt werden zwei konkrete Fälle:

  • Kevin Dorow nutzte bei der Gründungsversammlung der AfD-Nachwuchsorganisation "Generation Deutschland" in Gießen das Leitmotto der Hitlerjugend "Jugend muss durch Jugend geführt werden", und wurde danach mit 88 Prozent in den Vorstand gewählt. Björn Höcke hatte dasselbe Zitat kurz zuvor in einem Tweet verwendet, diesen nach Medienberichten aber wieder gelöscht.
  • AfD-Abgeordneter Rüdiger Lucassen glorifizierte im Bundestag die Heeresgruppe Kurland mit den Worten, sie habe gekämpft, "um 1,5 Millionen Ostpreußen vor der Roten Armee zu retten".

Audretsch schließt mit der Forderung, das AfD-Verbotsverfahren endlich auf den Weg zu bringen.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Beide von Audretsch genannten Fälle sind durch Medienberichte belegt. Kevin Dorow nutzte das Hitlerjugend-Leitmotto nachweislich bei der Gründungsversammlung der "Generation Deutschland" im November 2025, die AfD-Führung leitete zunächst ein Parteiausschlussverfahren ein, zog es später aber wieder zurück; Dorow legte lediglich alle Ämter nieder. Auch Björn Höckes Nutzung desselben Zitats in einem Tweet, den er nach Medienberichten wieder löschte, ist dokumentiert.

Rüdiger Lucassen ist AfD-Mitglied des Bundestags und ehemaliger Bundeswehr-Oberst; seine Rede zur Heeresgruppe Kurland ist Teil einer Debatte, in der er die Wehrmacht-Einheit als Retter der Zivilbevölkerung framing, eine Verharmlosung, die den tatsächlichen Kontext des NS-Vernichtungskriegs ausblendet. Der Kurland-Kessel war militärstrategisch ein Rückzugskessel ohne Chance auf Entscheidung, keine Rettungsaktion.

Audretschs Kernaussage, die AfD nutze NS-Sprache systematisch und stehe nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, ist durch die zitierten Einzelfälle gut untermauert. Die Schlussfolgerung, daraus ein Verbotsverfahren abzuleiten, ist eine politische Forderung, keine Tatsachenbehauptung.

Fazit

Die von Audretsch geschilderten Vorfälle sind zutreffend und durch unabhängige Quellen belegt. Sein Video leistet seriöse politische Aufklärung.