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Stand: 09.03.2026

Andreas Audretsch: CDU-Hetze gegen Geflüchtete als Spaltungsdebatte

Link Beschreibung

Reel vom 1. Januar 2026: Audretsch kommentiert das Verhalten von CDU-Politikerinnen und -Politikern, die Geflüchtete für politische Spaltungsdebatten instrumentalisieren. Sein Vorsatz für 2026: die nächste Spaltungsdebatte bekämpfen.

Kontext

Das Reel entstand im Kontext des CDU/CSU-Bundestagswahlkampfs 2025, in dem Friedrich Merz nach den Messerangriffen in Magdeburg (Dezember 2024) und Aschaffenburg (Januar 2025) eine aggressive Verschärfung der Migrationspolitik forderte. Am 29. Januar 2025 brachte die Union im Bundestag zwei Migrationsanträge ein, die mit Stimmen der AfD eine Mehrheit erhielten, ein von allen anderen demokratischen Parteien als "Tabubruch" gewerteter Vorgang.

Audretsch greift als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen die politische Strategie der CDU/CSU an, Geflüchtete als Hauptursache gesellschaftlicher Probleme darzustellen und damit gesellschaftliche Spaltung zu betreiben.

Einschätzung

Was Audretsch behauptet

Audretsch wirft der CDU/CSU vor, Geflüchtete bewusst für Spaltungsdebatten zu instrumentalisieren, also nicht sachpolitisch über Migration zu diskutieren, sondern Geflüchtete rhetorisch als Sündenbock einzusetzen, um gesellschaftliche Spaltung zu erzeugen oder zu vertiefen.

Ist die Kritik belegt?

Instrumentalisierung: Die CDU/CSU brachte ihre Migrationsanträge im Januar 2025 unmittelbar nach dem Messerangriff in Aschaffenburg in den Bundestag, wenige Wochen vor der Bundestagswahl. Kritiker aus Zivilgesellschaft (145 Organisationen in einem gemeinsamen Appell), Grünen, SPD und Linken warfen der Union vor, die Tragödien politisch auszuschlachten. Im Fall des Aschaffenburger Täters deuteten laut Medienberichten viele Hinweise auf eine psychische Erkrankung hin, wenig auf islamistischen Hintergrund, die Union stellte es dennoch primär als Migrationsversagen dar.

Spaltungswirkung: Die Amadeu-Antonio-Stiftung beschrieb nach der Bundestagswahl 2025 den Wahlkampf als einen, bei dem "ein Rassismus" gewann. Zivilgesellschaftliche Organisationen appellierten an die CDU, "Abstand von Rhetorik zu nehmen, die Menschen gegeneinander aufbringt". Robert Habeck (Grüne) warf der CDU/CSU vor, mit dem Migrationsantrag "Recht zu brechen, um Recht zu verändern" (taz).

Grenzen der Kritik: Audretschs Formulierung "Hetze" ist eine politische Wertung, die über eine sachliche Beschreibung hinausgeht. Dass die CDU/CSU Migration als zentrales Wahlkampfthema setzte und dabei hart formulierte, ist unbestritten, ob das "Hetze" im engeren Sinne darstellt, ist eine normative Einschätzung, keine überprüfbare Tatsachenbehauptung.

Fazit

Die Kernaussage, CDU/CSU instrumentalisiert Geflüchtete für politische Auseinandersetzungen und befeuert gesellschaftliche Spaltung, ist durch die Ereignisse des Wahlkampfs 2025 inhaltlich gut belegt. Das ist eine von vielen Seiten geteilte Kritik, keine Einzelmeinung. Audretsch gibt seine politische Einschätzung als Grünen-Politiker wieder; die Formulierung "Hetze" ist zugespitzt, der Sachverhalt dahinter (aggressive Migrationskommunikation, Tabubruch mit AfD-Stimmen) ist dokumentiert.

Quellen: