Am 31. Januar 2016 schrieb Beatrix von Storch auf Facebook, nachdem Die "Alternative für Deutschland"-Chefin Frauke Petry in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen gefordert hatte, Grenzpolizisten müssten illegale Grenzübertritte "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen". Von Storch legte auf Facebook nach:
Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen. Die Menschen sind in Österreich in Sicherheit. Es gibt keinen Grund, mit Gewalt unsere Grenze zu überqueren.
Als ein Facebook-Nutzer daraufhin fragte, ob also Frauen mit Kindern an der Grenze mit Waffengewalt gestoppt werden sollten, antwortete von Storch mit einem einzigen Wort: "Ja." Nach heftiger öffentlicher Kritik versuchte sie zurückzurudern: Gegen Kinder sei Schusswaffeneinsatz "richtigerweise nicht zulässig", gegen Frauen könne er jedoch "innerhalb der gesetzlich engen Grenzen" zulässig sein, sofern zuvor ein Warnschuss abgegeben worden sei. Der Tagesspiegel berichtete am 31. Januar 2016 ausführlich über die Aussagen. Beim Politischen Aschermittwoch der AfD in Baden-Württemberg bezeichnete von Storch ihre Äußerung schließlich als "Fehler".
Faktenfackel Bewertung
Der Vorgang ist durch den Facebook-Post von Storchs, die Berichterstattung des Tagesspiegels und von Storchs eigene spätere Einräumung eines "Fehlers" eindeutig belegt. Bemerkenswert ist die Stufenlogik der Zurückruderung: Zunächst "Ja" zu Waffengewalt gegen Frauen und Kinder, dann Einschränkung auf Frauen (Kinder seien ausgenommen, Frauen hingegen "verständig"), dann allgemeines Bedauern. Die spontane Antwort "Ja" auf die Frage nach Schüssen auf Mütter mit Kindern an der Grenze zeigt, wie weit das Denken in dieser Partei von grundlegenden humanitären Maßstäben entfernt war.