Am 17. Januar 2017 gab Björn Höcke dem Wall Street Journal ein Interview, kurz nach seiner berüchtigten Dresdner Rede, in der er das Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert hatte. Gegenüber WSJ-Reporter Anton Troianowski sagte Höcke:
Das Problem ist, dass Hitler als absolut böse dargestellt wird. Aber selbstverständlich wissen wir, dass es in der Geschichte kein Schwarz und Weiß gibt.
Der Die "Alternative für Deutschland"-Politiker bestritt die Aussage nach der Veröffentlichung zunächst, der Journalist bestätigte jedoch, dass es eine Aufnahme des Gesprächs gibt. Die Berliner Zeitung berichtete am 7. März 2017 über das Interview unter dem Titel "AfD-Politiker Björn Höcke bestreitet, dass Adolf Hitler absolut böse war". Im selben WSJ-Artikel wird Höcke auch mit der Ansicht zitiert, der Zweite Weltkrieg sei als lokaler Konflikt begonnen worden und Hitler habe lediglich versucht, nach dem Ersten Weltkrieg verlorene Gebiete zurückzuerobern.
Faktenfackel Bewertung
Das Zitat ist durch eine Tonaufnahme belegt und vom Wall Street Journal veröffentlicht worden. Es ist eine eindeutige Verharmlosung Hitlers und des Nationalsozialismus: Die Aussage, Hitler sei nicht "absolut böse", ist eine klassische Relativierungsstrategie der extremen Rechten. Höcke, selbst ausgebildeter Geschichtslehrer, weiß sehr genau, was er damit sagt. Das Verwaltungsgericht Meiningen stellte später fest, dass die Bezeichnung Höckes als "Faschist" auf einer überprüfbaren Tatsachengrundlage beruhe.