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Elena Roon

AfD-Politikerin aus Nürnberg, seit 2023 Mitglied des Bayerischen Landtags, Sprecherin für Familienpolitik der AfD-Fraktion Bayern

Bildquelle: ©Bayerischer Landtag / Fotograf Speer
Bildquelle: ©Bayerischer Landtag / Fotograf Speer

Über die Quelle

Elena Roon wurde 1977 in Satbajew (Kasachstan, damals Sowjetunion) geboren und ist als Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen. Sie lebt in Nürnberg und war vor ihrer politischen Karriere als Kauffrau für Büromanagement tätig.

Seit 2014 ist sie Mitglied der Die "Alternative für Deutschland". Von 2019 bis 2023 war sie Bezirksrätin in Mittelfranken und von 2021 bis 2023 Mitglied des AfD-Landesvorstands Bayern. Bei der bayerischen Landtagswahl 2023 erhielt sie im Stimmkreis Nürnberg-West 16,7 Prozent der Erststimmen, unterlag aber dem CSU-Direktkandidaten Jochen Kohler. Über den Listenplatz 2 der mittelfränkischen AfD-Liste zog sie in den Landtag ein. Seit dem 30. Oktober 2023 ist sie Mitglied des Bayerischen Landtags und dort familienpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion.

Hitler-Posting und Rückzug der Bundestagskandidatur 2017

Im Februar 2017 wurden Bilder bekannt, die Roon in einem parteiinternen WhatsApp-Chat geteilt hatte. Auf einem der Bilder stand: "Vermisst seit 1945: Adolf bitte melde Dich! Deutschland braucht Dich!" In einer weiteren Montage wurde Hitler mit Blick auf den NS-Massenmord eine Aussage über Islamisten in den Mund gelegt. Auf einem ihr zugeschriebenen Account in einem russischen sozialen Netzwerk war zudem ein Video der notorischen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck gepostet worden, in dem diese Russlanddeutsche aufrief, die AfD zu wählen.

Eine vom AfD-Landesverband eingesetzte Kommission entlastete Roon: Als Russlanddeutsche fehle ihr die "Sensibilität" bei dem Thema, hieß es laut BR und Endstation Rechts aus Parteikreisen. Roon hatte sich öffentlich von den Hitler-Bildern und Haverbeck distanziert. Ihr Arbeitgeber zog andere Konsequenzen: Roon verlor ihre Anstellung. Am 16. März 2017 zog sie ihre Direktkandidatur für den Bundestag zurück und trat kurz darauf auch als Kreisvorsitzende der AfD Nürnberg-Süd/Schwabach zurück.

Verbindungen zum ARMINIUS-Bund

Bereits vor dem Hitler-Posting-Skandal gab es laut Endstation Rechts Berichte über Roons Verbindungen zu rechtsextremen Strukturen. In einem russischen Netzwerk war sie mit dem ARMINIUS-Bund des deutschen Volkes vernetzt, einer Organisation, die in der ideologischen Tradition des Nationalsozialismus steht. Als der Münchner Merkur sie damit konfrontierte, verschwand die Verbindung von ihrem Profil. Laut Aussagen früherer Mitstreiter aus der von ihr mitgegründeten "Bürgerinitiative Sichere Heimat" hatte Roon zudem eine Zusammenarbeit mit dem ARMINIUS-Bund und der Neonazipartei "Die Rechte" angestrebt. Sie selbst gibt an, die Initiative verlassen zu haben, weil diese "zu rechts" geworden sei; die Gegenseite behauptet, sie sei ausgeschlossen worden, weil sie zu weit nach rechts außen abgedriftet sei.

Verfassungsschutzbeobachtung

Im Dezember 2018 wurde infolge einer Landtagsanfrage bekannt, dass das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz Roon aufgrund der Hitler-Bilder-Affäre beobachtet, wie die deutschsprachige Wikipedia unter Verweis auf die entsprechenden Berichte dokumentiert.

Russland-Reise zur "Wahlbeobachtung" 2024

Im März 2024 reiste Roon gemeinsam mit den AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Jurca und Ulrich Singer nach Russland, um als sogenannte Wahlbeobachter an den russischen Präsidentschaftswahlen (15.-17. März 2024) teilzunehmen. Eingeladen hatte die drei der russische Bürgerrat als "Demokratie-Experten". Echte internationale Wahlbeobachter der OSZE waren zu diesen Wahlen nicht zugelassen. Die eigene Fraktion im Bayerischen Landtag lehnte die Reise ausdrücklich ab, und auch der AfD-Bundesvorstand hatte den drei Abgeordneten empfohlen, nicht zu fahren, wie der Tagesspiegel berichtete. Nach Abschluss der Reise traten die drei beim russischen Staatssender RT DE auf und lobten den Ablauf der Abstimmung: Roon schwärmte laut taz über die "gute Stimmung" unter den russischen Wählern, Singer nannte die Wahl "transparent" und "geheim".

Faktenfackel Bewertung

Elena Roon ist eine AfD-Politikerin, die dem rechten Flügel ihrer Partei zuzurechnen ist. Die dokumentierten Vorfälle, beginnend mit dem Hitler-Posting von 2016/2017, den Verbindungen zum ARMINIUS-Bund und der Russland-Reise zur Legitimierung einer Scheinwahl, zeigen ein konsistentes Muster. Ihre Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Themen sind als parteiliche Positionierungen einzuordnen und sollten entsprechend kritisch eingeordnet werden. Die Verfassungsschutzbeobachtung unterstreicht die behördliche Einschätzung ihrer politischen Verortung.

Fazit

Elena Roon ist eine AfD-Politikerin am rechten Rand ihrer Partei mit dokumentierten Verbindungen zu NS-verharmlosenden Inhalten und rechtsextremen Netzwerken. Ihre Aussagen sind als parteiisch zu werten und bedürfen stets einer Einordnung anhand unabhängiger Quellen.