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Gerald Hauser

Österreichischer FPÖ-Europaabgeordneter (Patrioten für Europa) aus Osttirol, früher Nationalrat, bekannt als Corona-Kritiker und Windkraftgegner.

Bildquelle: ©Gerald Hauser
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Über die Quelle

Gerald Hauser, geboren am 30. September 1961 in St. Jakob in Defereggen (Osttirol), ist seit dem 16. Juli 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments für die FPÖ und Teil der Fraktion Patrioten für Europa. Laut seinem Europarl-Profil ist er Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie im Ausschuss für öffentliche Gesundheit, als Stellvertreter zudem im Haushaltsausschuss, im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, im Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit sowie im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Zu seinen Delegationen zählt unter anderem die Delegation im Ausschuss für parlamentarische Kooperation EU-Russland.

Vor dem Wechsel ins EU-Parlament war Hauser laut Parlament Österreich von 2013 bis 2024 sowie 2006 bis 2008 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat, von 2004 bis 2013 FPÖ-Landesparteiobmann in Tirol und von 2010 bis 2016 Bürgermeister von St. Jakob in Defereggen. Laut tirol.ORF.at zog er 2024 als Fünfter auf der FPÖ-Kandidatenliste ins EU-Parlament ein und sieht seine Rolle dort vor allem darin, aufzuzeigen, was in Brüssel falsch läuft und wie viel Geld verschwendet wird.

Als Nationalratsabgeordneter machte sich Hauser während der Corona-Pandemie einen Namen als scharfer Kritiker der Regierungsmaßnahmen. Das Magazin profil beschrieb im Oktober 2023 unter dem Titel "Schwurbler mit Mandat", wie Hauser in Plenarreden das Verschwörungsnarrativ vom "Great Reset" aufgriff und parlamentarische Anfragen mit verschwörungstheoretischem Einschlag stellte. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka fragte er etwa, ob ihm bekannt sei, dass die Corona-Pandemie "seitens der Eliten seit Jahren vorbereitet" worden sei. Gemeinsam mit dem Tiroler Arzt Hannes Strasser veröffentlichte Hauser dazu mehrere Bücher, darunter "Raus aus dem Corona-Chaos" und "Und die Schwurbler hatten doch recht".

Im EU-Parlament arbeitet sich Hauser vor allem an Windkraft, Klimapolitik und den Sanktionen gegen Russland ab. Zu einer Kommissionsantwort über Mikroplastik aus Windrädern erklärte er im August 2026 laut FPÖ Team Europa: Pressemitteilung zu Mikroplastik aus Windrädern, die Antwort sei für ihn "der Todesstoß für die Windenergie in der EU". Zur EU-Klimapolitik verwies er, ebenfalls im August 2026, laut FPÖ Team Europa: Pressemitteilung zu Kälte- und Hitzetoten auf eine Meldung der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission vom 22. August 2024: In Europa sterben demnach derzeit rund 363.500 Menschen pro Jahr an Kälte und rund 43.700 an Hitze, das Verhältnis liegt bei etwa 8,3 zu 1. Diese Größenordnung gab Hauser korrekt wieder, sie stammt von der EU-Forschungsstelle selbst. Die Überschrift seiner Mitteilung, die EU schaue weg, passt deshalb schlecht. Dieselbe Meldung erwartet mit fortschreitender Erwärmung jedoch einen deutlichen Anstieg der Hitzetoten, bei 4 Grad läge das Verhältnis nur noch bei 2,6 zu 1. Schon bei 3 Grad Erwärmung und ohne zusätzliche Anpassung rechnet die JRC bis Ende des Jahrhunderts mit rund 55.000 zusätzlichen temperaturbedingten Todesfällen pro Jahr, 13,5 Prozent mehr als heute. In derselben Mitteilung sprach Hauser zudem ohne Beleg von einer "nach wie vor vorhandenen Übersterblichkeit seit den Covid-19-Impfungen". Bei den Sanktionen gegen Russland fordert er, etwa laut FPÖ: Nach Corona-Zwang droht jetzt der Energie-Lockdown vom April 2026, deren Aufhebung, die Sanktionen seien "Teil des Problems".

Im Januar 2026 geriet Hauser laut tirol.ORF.at: Kritik an Hauser-Auftritt mit Identitärem wegen eines gemeinsamen Video-Gesprächs mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner auf der Plattform X in die Kritik. Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch bezeichnete den Auftritt als "offene Verbrüderung der FPÖ mit den Identitären", die Tiroler ÖVP distanzierte sich deutlich.

Faktenfackel Bewertung

Am Beispiel der Windkraft-Mikroplastik-Anfrage zeigt sich, wie weit Hausers eigene Deutung von der Kommissionsantwort abweicht, auf die er sich beruft: In seiner Pressemitteilung vom 31. August 2026 schreibt er, die Kommission gestehe "erstmals in einem offiziellen Dokument einen direkten Zusammenhang zwischen Windkraftanlagen und Gesundheitsschäden ein", und nennt die Antwort einen "Todesstoß für die Windenergie in der EU". Die Antwort der Kommission E-002323/2026(ASW) vom 12. August 2026 sagt das nicht: Sie stellt lediglich fest, die Kunststoffemissionen von Windkraftanlagen seien "viel geringer" als die aus anderen Quellen, und verweist auf eine Horizont-Europa-Ausschreibung zu Umweltauswirkungen von Offshore-Windenergie, von Gesundheitsschäden ist darin nicht die Rede. Hauser stützt das angebliche Eingeständnis auf die Fußnote zu dieser Ausschreibung, die laut seiner Mitteilung gesundheitliche Langzeitfolgen von Umwelt- und Expositionsfaktoren behandelt. Die Fußnote führt allerdings zu einer Horizont-Europa-Ausschreibung über Langzeitfolgen nach Infektionen, in der Windkraft und Mikroplastik gar nicht vorkommen. Über Hausers Anfrage und die Antwort berichtete unter anderem Tichys Einblick, ohne ein Eingeständnis von Gesundheitsschäden zu behaupten.

Bei den Kälte- und Hitzetoten liegt der Fall anders: Das Verhältnis von Kälte- zu Hitzetoten gibt er korrekt nach der JRC-Meldung wieder (siehe oben), problematisch sind die ausgelassene Einordnung zur erwarteten künftigen Entwicklung und die unbelegte Behauptung einer Übersterblichkeit seit den Corona-Impfungen. Seine Pressemitteilung zu den Russland-Sanktionen vom 7. April 2026 wiederum enthält überhaupt keine Zahlen, sie stützt sich auf Aussagen von EU-Energiekommissar Dan Jørgensen zur Dauer der Energiekrise.

Fazit

Gerald Hauser ist ein langjähriger FPÖ-Politiker, der sich während der Corona-Pandemie als scharfer Kritiker der Regierungsmaßnahmen profilierte und im EU-Parlament seither vor allem gegen Windkraft, EU-Klimapolitik und die Russland-Sanktionen mobilisiert, zuletzt auch mit einem umstrittenen Auftritt neben dem Rechtsextremisten Martin Sellner. Am Beispiel der Windkraft-Anfrage lässt sich zeigen, wie er dabei vorgeht: Aus einer Kommissionsantwort, die Kunststoffemissionen von Windkraftanlagen als viel geringer als die anderer Quellen einstuft und auf eine Forschungsausschreibung verweist, macht er in seiner eigenen Pressemitteilung ein angebliches erstmaliges Eingeständnis gesundheitlicher Schäden durch Windkraft, eine Deutung, die der Wortlaut der Antwort nicht hergibt. Bei den Kälte- und Hitzetoten dagegen gibt er das von der JRC gemeldete Verhältnis korrekt wieder, lässt aber die von derselben Stelle erwartete künftige Entwicklung aus.