Dr. Götz Frömming
AfD-Bundestagsabgeordneter, kulturpolitischer Sprecher und parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion

Über die Quelle
Dr. Götz Frömming wurde am 30. August 1968 in Eutin, Schleswig-Holstein, geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien in Frankfurt am Main und Berlin. 2012 promovierte er in Germanistischer Mediävistik. Seine Lehrerlaufbahn führte ihn an Gymnasien in Brandenburg, Baden-Württemberg und Berlin. Zuletzt war er bis 2017 Studiendirektor und Fachbereichsleiter am Lessing-Gymnasium in Berlin.
Politisch engagierte er sich zunächst beim Umweltschutzverband BUND sowie ab 2012 bei den Freien Wählern. Im April 2013 nahm er am Gründungsparteitag der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag teil. Seit Oktober 2017 ist er über die Berliner Landesliste in den Bundestag eingezogen; bei der Bundestagswahl 2025 gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Prignitz - Ostprignitz-Ruppin - Havelland I (Brandenburg) mit 38,9 Prozent der Erststimmen.
Innerhalb der AfD-Bundestagsfraktion ist Frömming seit 2019 parlamentarischer Geschäftsführer und Mitglied des Fraktionsvorstands. In der 20. Wahlperiode (2021-2025) war er Obmann für Kultur und Medien, seit 2024 ist er kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe und Mitglied im Ältestenrat des Bundestags. Er ist Boardmitglied der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Frömming versteht sich als Teil des wirtschaftsliberalen Flügels der AfD und grenzt sich öffentlich vom nationalkonservativen Höcke-Flügel ab: Beim Rücktritt von einem Parteiamt in Berlin erklärte er laut einem Bericht der taz, er könne manche Äußerungen von Björn Höcke oder Beatrix von Storch in seinem Freundeskreis nicht mehr verteidigen. Dieser wirtschaftsliberale Flügel hat in der AfD praktisch keine Bedeutung mehr.
Bildungs- und kulturpolitische Positionen
Als ehemaliger bildungspolitischer Sprecher (2017-2021) und aktueller kulturpolitischer Sprecher tritt Frömming für eine stärker auf nationale Geschichte und Leitkultur ausgerichtete Schul- und Kulturpolitik ein. Konkret fordert er mehr Heimat- und Lokalgeschichte in Lehrplänen sowie ein Ende von Sonderregelungen für muslimische Schüler (z.B. Befreiungen vom Schwimmunterricht). Er steht hinter dem AfD-Vorhaben, die Schulpflicht zu lockern, und bezeichnete dafür Goethe als historische Referenz. Im April 2026 bezeichnete er die Recherche-Organisation CORRECTIV in einem Beitrag auf dem rechten "Deutschland-Kurier" als "Fake-News-Schleuder" und kritisierte die Verleihung eines Medienpreises an Correctiv. Als kulturpolitischer Sprecher hat er außerdem Buchhandlungen, die den "Deutschen Buchhandlungspreis 2025" erhielten, öffentlich beschuldigt, linksextremistisch zu sein.
Links
- Offizielle Website
- Bundestag-Profil
- Abgeordnetenwatch-Profil
- AfD-Fraktion Profil
- X / Twitter: @GtzFrmming
Faktenfackel Bewertung
Frömming ist ein loyaler Funktionär der AfD-Bundestagsfraktion, der die Parteilinie mitträgt und aktiv kommuniziert. Sein akademischer Hintergrund (Promotion, Gymnasium-Karriere) verleiht ihm in medialen Auftritten eine seriösere Außenwirkung als vielen AfD-Kollegen. Inhaltlich vertritt er jedoch das typische AfD-Repertoire in Bildungs- und Kulturpolitik: Leitkultur-Rhetorik, Ablehnung von Minderheiten-Sonderrechten, Kritik an als "links" wahrgenommenen Institutionen und Medien.
Seine Selbstverortung als "gemäßigt" oder "wirtschaftsliberal" ist mit Vorsicht zu genießen: Er ist seit Jahren Mitglied des Fraktionsvorstands einer Partei, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, und hat diese Einordnung nie zum Anlass für einen Austritt genommen. Seine Bereitschaft, Correctiv als "Fake-News-Schleuder" zu bezeichnen und sich auf das rechtspopulistische "Deutschland-Kurier"-Portal zu stützen, illustriert, in welchem medialen Ökosystem er sich bewegt.
Aussagen von Frömming zu Bildung, Schule und Kulturpolitik sind als AfD-Parteikommunikation einzuordnen und entsprechend kritisch zu prüfen. Zitierfähig für Fakten sind seine Auftritte im Bundestag (Protokolle) und offizielle Fraktion-Pressemitteilungen, nicht aber seine Eigenveröffentlichungen auf Partei- oder Boulevardportalen.
Fazit
Dr. Götz Frömming ist ein langjähriger AfD-Funktionär und Bildungsexperte der Fraktion, der sich äußerlich als gemäßigt positioniert, aber die Parteipolitik einer als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei loyal mitträgt. Seine Äußerungen zu Bildung und Kultur folgen der AfD-Leitkultur-Linie und sind als Parteikommunikation zu behandeln.