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Gottfried Curio

AfD-Bundestagsabgeordneter, innenpolitischer Sprecher der Fraktion und Obmann im Innenausschuss

Bildquelle: ©Olaf Kosinsky
Bildquelle: ©Olaf Kosinsky

Gottfried Curio (* 2. September 1960 in West-Berlin) ist Physiker und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags für die Die "Alternative für Deutschland". Er ist innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag und Obmann seiner Fraktion im Innenausschuss.

Über die Quelle

Curio studierte Physik und Mathematik an der Freien Universität Berlin und der Universität Bonn, promovierte und habilitierte sich in Theoretischer Physik. Er forschte und lehrte an Universitäten in Berlin und München sowie am Institute for Advanced Study in Princeton. Nach eigenen Angaben im Bundestags-Profil hat er zudem ein Musikstudium in Komposition und Kirchenmusik absolviert. Die taz beschreibt in einem Porträt aus dem Jahr 2019, dass er keine dauerhafte Professur erreichte, bevor er sich der Politik zuwandte (taz: "Ein Geist namens Dr. Curio").

2014 trat Curio der AfD bei. 2016 zog er über die Landesliste in das Berliner Abgeordnetenhaus ein, wo er integrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion war. Seit der Bundestagswahl 2017 sitzt er im Bundestag, zunächst über die Landesliste. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann er mit 29,5 Prozent der Erststimmen das erste Direktmandat der AfD in Berlin (Bundestag: Biografie Gottfried Curio). Innerhalb der AfD-Bundestagsfraktion ist er innenpolitischer Sprecher und Obmann im Innenausschuss, zudem stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss (AfD-Fraktion: Profil Gottfried Curio).

Inhaltlich konzentriert sich Curio auf Migrations- und Innenpolitik. Er gilt laut taz als einer der rhetorisch versiertesten Redner seiner Fraktion, der gezielt mit Lautstärke, Pausen und rhetorischen Fragen arbeitet, für Journalisten aber schwer erreichbar ist (taz: "Ein Geist namens Dr. Curio"). Bekannt wurde unter anderem sein Satz aus einer Bundestagsrede 2018, "Masseneinwanderung heißt auch Messereinwanderung" (Tagesspiegel: "Ein Jahr AfD im Bundestag"). Nach dem Messerangriff von Würzburg 2021 bezeichnete er die Tat auf der Fraktionsseite als "islamischen Terrorakt" und forderte Abschiebehaft für straffällige Asylbewerber sowie schärfere Grenzkontrollen (AfD-Fraktion: "Curio: Tat von Würzburg ist kein Einzelfall"). Nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day im Juli 2026 forderte er erneut eine "umfassende Migrationswende", darunter die sofortige Abschiebung von Gefährdern und den Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit bei Doppelstaatlern unter ihnen.

Als das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD 2019 als Prüffall im Bereich Rechtsextremismus einstufte, kritisierte Curio dies auf der Fraktionsseite als politisches Instrument gegen seine Partei (AfD-Fraktion: "Curio: Verfassungsschutz macht sich zum politischen Instrument der Altparteien"). Laut dem Dokumentations- und Informationssystem des Bundestags (DIP) wurde Curio im Plenum mindestens ein Ordnungsruf erteilt (DIP: "Erteilung eines Ordnungsrufes an den Abg Gottfried Curio (AfD)").

Faktenfackel Bewertung

Gottfried Curio ist als innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion eine der zentralen Stimmen der Partei zu Migrations- und Sicherheitsthemen. Eigene Aussagen und Pressemitteilungen von ihm oder der Fraktionsseite sind Primärquellen für die Position der AfD, aber keine neutrale Einordnung eines Sachverhalts, sie sind politisch motiviert und entsprechend einzuordnen. Statistische Angaben aus seinen Reden und Stellungnahmen müssen im Einzelfall gegen amtliche Quellen (etwa Polizeiliche Kriminalstatistik, Destatis) geprüft werden, bevor sie als belegt gelten.

Fazit

Curio ist eine relevante, gut dokumentierte Quelle für die migrationspolitische Position der AfD-Bundestagsfraktion. Seine Aussagen sind als Parteiposition, nicht als neutrale Fakteneinordnung zu behandeln und einzelfallweise gegen unabhängige Quellen zu prüfen.