Hannes Gnauck
AfD-Bundestagsabgeordneter, seit Juli 2026 AfD-Bundesschatzmeister, ehemaliger Bundesvorsitzender der aufgelösten Jungen Alternative

Über die Quelle
Hannes Gnauck, geboren am 8. August 1991 in Prenzlau, sitzt seit 2021 für die AfD im Bundestag und vertritt den Wahlkreis 057 (Uckermark-Barnim I) (Bundestag: Biografie Hannes Gnauck, AfD-Fraktion: Hannes Gnauck). Von 2014 bis 2021 diente er als Zeitsoldat (zuletzt Oberfeldwebel) bei der Bundeswehr. Bereits 2020 erhielt er Kasernen- und Uniformverbot, 2021 stufte ihn der Militärische Abschirmdienst (MAD) wegen fehlender Verfassungstreue in die höchste Warnstufe seines Ampelsystems ("Rot") als Extremisten ein und suspendierte ihn vom Dienst (Tagesspiegel: Militärischer Abschirmdienst stuft AfD-Kandidaten als Extremisten ein (30. Juli 2021), Aktionsbündnis Brandenburg: Hannes Gnauck - Warnstufe auf Rot). Das Bundeswehr-Disziplinarverfahren gegen ihn wurde erst im Juni 2025, nach rund fünf Jahren, eingestellt.
Am 16. Oktober 2022 wählte der Bundeskongress der Jungen Alternative (JA) in Apolda Gnauck mit 91,7 Prozent der Stimmen zu seinem Bundesvorsitzenden, im Beisein von Björn Höcke. Der taz zufolge markierte die Wahl den endgültigen Sieg des Höcke-nahen Parteiflügels innerhalb der Jugendorganisation (taz: Junge Alternative wählt Gnauck zum Chef). Die JA war seit April 2023 vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft (Wikipedia: Junge Alternative für Deutschland). Im Januar 2025 beschloss die AfD auf ihrem Parteitag in Riesa, sich von der eigenständigen JA zu trennen und stattdessen eine parteirechtlich unselbstständige Nachwuchsorganisation zu gründen; die JA löste sich daraufhin zum 31. März 2025 selbst auf. Als Nachfolgeorganisation gründete sich am 29. November 2025 in Gießen "Generation Deutschland", die im Gegensatz zur früheren JA organisatorisch fest in die AfD eingebunden ist (Wikipedia: Generation Deutschland). Gnauck war bis zur Selbstauflösung letzter Bundesvorsitzender der JA.
Am 8. Februar 2025 ließ sich Gnauck bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Templin für ein Gruppenfoto mit einer Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher ablichten, von denen mehrere die Faust und das White-Power-Handzeichen zeigten. Kurz zuvor hatte dieselbe Gruppe nach Polizeiangaben Gegendemonstranten bedroht und verletzt (Tagesspiegel: Angriffe auf AfD-Gegner bei Wahlkampf in Templin). Einer der Abgebildeten kommentierte das Foto mit "War geil Zeckenboxen"; Gnauck wies anschließend eine Mitverantwortung der AfD zurück und erklärte, selbst nicht an den Übergriffen beteiligt gewesen zu sein (taz: AfD und Junge Neonazis: Distanzierung Fehlanzeige). Der Fall steht beispielhaft für die von Medien dokumentierte Nähe Gnaucks und der früheren JA-Strukturen im Landkreis Uckermark zu gewaltbereiten rechtsextremen Jugendmilieus.
Am 4. Juli 2026 wählte der AfD-Bundesparteitag in Erfurt Gnauck in einer knappen dritten Wahlrunde mit 51,0 Prozent zum neuen Bundesschatzmeister der Partei; er löste den bisherigen Amtsinhaber Carsten Hütter ab (ad-hoc-news: AfD tauscht Bundesschatzmeister aus - Gnauck folgt auf Hütter). Gnauck ist zudem verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion.
Zur Einordnung der Partei: Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die Bundes-AfD 2025 als "gesichert rechtsextremistisch" ein. Das Verwaltungsgericht Köln untersagte dieser Einstufung im Februar 2026 zunächst per Eilbeschluss die öffentliche Verwendung, das Hauptsacheverfahren ist offen; auf Landesebene stufen mehrere Verfassungsschutzämter (u. a. in Brandenburg, Thüringen und Sachsen) die dortige AfD weiterhin als gesichert rechtsextremistisch ein (CORRECTIV: Wie stuft der Verfassungsschutz die AfD in den Bundesländern ein? (17. Juni 2026)).
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Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Gnauck verkörpert exemplarisch den Aufstieg des Höcke-nahen, extrem rechten Parteiflügels in der AfD: vom MAD als Rechtsextremist eingestuften Zeitsoldaten über den Bundesvorsitz der als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Jungen Alternative bis zum Amt des AfD-Bundesschatzmeisters seit Juli 2026. Der Templin-Vorfall vom Februar 2025 zeigt eine dokumentierte Nähe zu gewaltbereiten, rechtsextrem auftretenden Jugendlichen im eigenen Wahlkreis, auch wenn eine direkte persönliche Beteiligung Gnaucks an den Übergriffen selbst nicht belegt ist. Die MAD-Einstufung als Extremist mit Uniform- und Kasernenverbot ist durch mehrere unabhängige Medienberichte und amtliche Verfahren (Disziplinarverfahren, Immunitätsaufhebungen) bestätigt.
Fazit
Hannes Gnauck ist einer der einflussreichsten Vertreter des extrem rechten Parteiflügels der AfD: ehemaliger MAD-Extremist, letzter Bundesvorsitzender der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Jungen Alternative, seit Juli 2026 Bundesschatzmeister der Gesamtpartei. Aussagen und Auftritte Gnaucks sind vor diesem Hintergrund besonders sorgfältig zu prüfen.