Im August 2015 schrieb Holger Arppe in einem privaten Facebook-Chat mit AfD-Mitgliedern, darunter die späteren Landtagsabgeordneten Thomas de Jesus Fernandes und Sandro Hersel, über die politische Strategie der AfD. Die Chatprotokolle (mehr als 12.000 Seiten) wurden im August 2017 von taz und NDR veröffentlicht. Arppe schrieb demnach am 11. August 2015:
Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns gegebenenfalls anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren, aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand. Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben rauf.
Der Satz steht im Kontext weiterer Äußerungen, in denen Arppe vom Schicken des "rotgrünen Geschmeißes aufs Schafott" schreibt. taz und NDR berichteten am 31. August und 1. September 2017 über die Protokolle. Der Tagesspiegel fasste den Inhalt am 1. September 2017 zusammen.
Der genaue Wortlaut ist bei Wikipedia dokumentiert und stimmt mit den Medienberichten überein. "An die Wand stellen" ist eine feststehende Formulierung für Erschießen nach Schauprozessen.
Faktenfackel Bewertung
Arppe hat die Chats nicht explizit anerkannt, aber auch nicht wirksam dementiert. Sein Austritt aus Fraktion und Partei kurz vor der geplanten Berichterstattung sprach für sich. Der spätere Parteiausschluss durch das AfD-Bundesschiedsgericht (2018 rechtskräftig) und zwei Verurteilungen wegen Volksverhetzung bestätigten die Authentizität der Protokolle de facto.
Die Wortwahl, "an die Wand stellen", "Grube ausheben", "Löschkalk", beschreibt eine Massenexekution mit anschließender Verscharrung. Das ist keine Metapher und keine Übertreibung: Es ist die präzise Beschreibung einer politischen Hinrichtung, die Arppe für eine Zeit "nach der Machtübernahme" einplant. Gleichzeitig betont er, man müsse vorher "ganz friedlich und überlegt vorgehen", ein Hinweis auf bewusste strategische Verstellung.