Karsten Hilse
AfD-Bundestagsabgeordneter (seit 2017), klimapolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, bekannter Leugner des menschengemachten Klimawandels

Über die Quelle
Karsten Hilse (geboren am 12. Dezember 1964 in Hoyerswerda) ist ein deutscher Politiker der Die "Alternative für Deutschland" und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er gewann in den Wahlkreisen Bautzen I 2017 und 2021 jeweils das Direktmandat, laut Bundestag: Biografie Karsten Hilse war er im 19. Bundestag Obmann der AfD im Umweltausschuss und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss. Er tritt als klimapolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion auf.
Beruflich war Hilse vor seiner Abgeordnetentätigkeit Polizeibeamter und Einsatztrainer bei der Landespolizei Sachsen. Der AfD trat er im Januar 2016 bei.
Hilse zählt zu den prominentesten Akteuren der Klimawandelleugnung im Bundestag. Er bestreitet öffentlich, dass menschengemachte CO2-Emissionen das Klima messbar beeinflussen, und bezeichnet die Energiewende laut Tagesspiegel: Das Netzwerk der Klimaleugner als „große Geldumverteilungsmaschine von unten nach oben". In seinem Bundestagsbüro beschäftigte er Michael Limburg, den Vizepräsidenten des klimawandelleugnenden Vereins EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie), auf einer Viertelstelle (ebd.).
Bekannt wurde Hilses Auftreten auf der UN-Klimakonferenz COP24 in Katowice im Dezember 2018. Die taz: Klimaleugner bei der Klimakonferenz (2018) berichtete, dass er dort wissenschaftliche Vorträge des IPCC-Vorsitzenden Hoesung Lee und des WMO-Chefs Petteri Taalas kommentierte mit den Worten, er glaube „kein Wort" davon. Er bestritt dort den wissenschaftlichen Konsens zum anthropogenen Klimawandel und den von Studien belegten Konsens, dass rund 97 Prozent der veröffentlichenden Klimaforschenden den menschengemachten Klimawandel als Tatsache ansehen.
Darüber hinaus trat Hilse als Kritiker der staatlichen Maßnahmen in der Corona-Pandemie auf und nahm an „Querdenken"-Protesten teil.
Links
- Bundestag: Biografie Karsten Hilse
- Wikipedia: Karsten Hilse
- Persönliche Website: karstenhilse.de
- AfD-Fraktion: Karsten Hilse
- Facebook: Karsten Hilse
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Karsten Hilse ist eine der zentralen Stimmen der organisierten Klimawandelleugnung im Deutschen Bundestag. Seine Positionen widersprechen dem seit Jahrzehnten gefestigten wissenschaftlichen Konsens, wie ihn etwa der IPCC im Sixth Assessment Report (AR6, 2021/2023) dokumentiert: Die Erwärmung der letzten rund 150 Jahre ist eindeutig auf menschliche Aktivitäten, insbesondere den Ausstoß von Treibhausgasen, zurückzuführen. Hilses Äußerungen bei der COP24 2018 sind durch die taz-Berichterstattung vor Ort dokumentiert; er nutzte seine Anwesenheit dort nicht zur inhaltlichen Auseinandersetzung, sondern zur pauschalen Zurückweisung der vorgetragenen Klimadaten.
Die personelle Verbindung zwischen Hilses Bundestagsbüro und EIKE über Michael Limburg, den der Tagesspiegel als dortigen Vizepräsidenten und Teil des AfD-Bundesfachausschusses Energie ausweist, belegt die enge Einbindung Hilses in das deutsche Netzwerk klimawissenschaftsfeindlicher Akteure. EIKE selbst ist auf diesem Feld seit Jahren als Verbreiter von Desinformation zur Klimawissenschaft aktiv.
Als Quelle für belastbare klimapolitische oder klimawissenschaftliche Aussagen ist Hilse daher nicht geeignet. Er spricht als politischer Akteur der AfD-Bundestagsfraktion und vertritt Positionen, die dem wissenschaftlichen Kenntnisstand widersprechen. Für bundespolitische Vorgänge (Wahlkreisarbeit, Bundestagsabstimmungen, AfD-interne Vorgänge) sind seine Aussagen relevant im Sinn der Dokumentation seiner Positionen, nicht als Faktenbasis.
Fazit
Karsten Hilse ist ein durch zahlreiche dokumentierte Aussagen belegter Leugner des menschengemachten Klimawandels und damit als Quelle für klimawissenschaftliche Fragen unzuverlässig. Seine Äußerungen sind politisch einzuordnen und an unabhängigen wissenschaftlichen Quellen wie IPCC, Weltwetterorganisation oder dem Deutschen Wetterdienst zu messen.