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Stand: 27.03.2026

Lamya Kaddor: AfD-Antrag 'Organisierter Betrug im Einbürgerungsverfahren'

Link Beschreibung

Bundestags-Reel: Kaddor kommentiert einen AfD-Antrag zu "Organisiertem Betrug im Einbürgerungsverfahren". Es gibt zwar vereinzelte Betrugsfälle, aber die AfD nutzt das Thema, um pauschal gegen Migranten vorzugehen. "Natürlich gibt es Betrugsfälle."

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der AfD-Antrag (Drucksache 21/3024), der am 3. Dezember 2025 im Bundestag debattiert und in den Innenausschuss überwiesen wurde, fordert laut Bundestag-Protokoll ein Moratorium für Einbürgerungen sowie die rückwirkende Prüfung aller seit Frühjahr 2024 erteilten Einbürgerungen. Die AfD begründet dies mit strukturell überforderten Behörden und dem Handel mit gefälschten Sprachzertifikaten.

Dass Betrug mit Sprachzertifikaten im Einbürgerungsverfahren vorkommt, ist belegt. Laut einer Kleinen Anfrage-Antwort der Bundesregierung im Bundestag hat das Phänomen bundesweite Verbreitung, und Ermittlungen laufen, allerdings fehlen der Regierung eigenen Angaben zufolge verlässliche Zahlen zum Ausmaß. Das Bundesverwaltungsamt verzeichnete von 2020 bis 2024 insgesamt 1.009 zurückgenommene Einbürgerungen. Kaddors Kernaussage, es gibt Betrugsfälle, aber die AfD instrumentalisiert sie für eine Pauschalverurteilung aller Migranten, trifft den sachlichen Kern: Die AfD-Forderung nach Prüfung aller rund 290.000 Einbürgerungen des Jahres 2024 geht weit über die belegten Fälle hinaus.

Fazit

Kaddors Einschätzung ist sachlich zutreffend: Betrugsfälle mit gefälschten Sprachzertifikaten sind real und strafbar, ihr Ausmaß aber begrenzt und nicht mit dem flächendeckenden Versagen, das die AfD impliziert, gleichzusetzen. Die Forderung nach einer Generalüberprüfung aller Einbürgerungen ist durch die vorliegenden Daten nicht gedeckt.