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Stand: 27.03.2026

Lisa Badum: Griechenland und das letzte Kohlekraftwerk

Link Beschreibung

Lisa Badum kommentiert Griechenlands Abschalten des letzten Kohlekraftwerks.

Lisa Badum zum Export eines deutschen Kohlekraftwerks nach Griechenland: Widerspruch zur europäischen Klimapolitik.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Hintergrund: Griechenland hat seinen Kohleausstieg auf 2026 vorgezogen (ursprünglich war 2028 geplant). Das jüngste und einzige noch laufende Kohlekraftwerk ist Ptolemaida 5, das im Dezember 2022 in Betrieb ging. Es wurde von der Duisburger Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH gebaut und mit rund 397 Millionen Euro von der staatlichen KfW-IPEX-Bank (co-)finanziert, trotz laufender Klimadiskussion, wie Correctiv berichtet. Die Anlage kostete insgesamt über 1,5 Milliarden Euro und war von Anfang an auf eine Betriebsdauer von nur wenigen Jahren ausgelegt, ein klassisches Stranded-Asset, laut Cleanthinking.

Der von Badum implizierte Widerspruch: Deutschland finanziert Kohle im Ausland, während es gleichzeitig den eigenen Kohleausstieg propagiert, ist sachlich begründet. Die KfW-Finanzierung 2013 wurde aus Klimaschutzgründen vielfach kritisiert; die Bank erklärte später, keine neuen Kohleprojekte mehr zu finanzieren, Ptolemaida 5 aber explizit auszunehmen. Dass Griechenland nun frühzeitig aus der Kohle aussteigt, liegt laut Euractiv auch an wirtschaftlichen Faktoren: PPC verlor durch die Kohleabhängigkeit jährlich etwa eine Milliarde Euro.

Fazit

Der sachliche Kern von Badums Kommentar stimmt: Deutschland war über KfW und ein Duisburger Unternehmen am Bau des letzten griechischen Kohlekraftwerks beteiligt, das Griechenland nun weit vor seinem eigentlichen Zeitplan abschalten will. Der Widerspruch zur deutschen Klimadiplomatie ist real und belegt.