Link Beschreibung
Marcel Hopp, Grund 41 seiner Serie "47 Gründe für ein AfD-Verbotsverfahren" (47 CDU/CSU-Abgeordnete fehlen für den Start des Verfahrens).
Höcke hat Journalistinnen und Journalisten öffentlich als "parasitär" bezeichnet und dazu mithilfe von KI ein Bild erzeugt, das Reporter als affenähnliche Gestalten mit gefletschten Zähnen zeigt, die an seinen Beinen hängen. In Begleittexten spricht er von "Volksfeinden", "Linksextremismus" und einer "feindlichen Presse".
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Begriff "parasitär" ist in diesem Zusammenhang kein zufällig gewähltes Adjektiv. In der Sprache des Nationalsozialismus war das Parasitenbilder ein zentrales rhetorisches Mittel: Hitler schrieb in "Mein Kampf" von Juden als Parasiten und Bazillen, NS-Hetzblätter wie "Der Stürmer" stellten Juden regelmäßig als "Volksparasiten" und Schmarotzer dar. Der Zweck war dabei stets derselbe, Menschen nicht als Individuen, sondern als zu bekämpfende Bedrohung darzustellen.
Dass Höcke, gelernter Geschichtslehrer und laut Gerichtsurteil nachweislich mit NS-Geschichte vertrauter Politiker, genau dieses Vokabular auf die freie Presse anwendet, ist nach übereinstimmender Einschätzung von Sprachwissenschaftlern und Historikern kein Versehen. Ein Soziologe beschreibt Höckes systematische Verwendung von NS-Sprache als bewusstes Muster, das seit Jahren zu beobachten ist.
Das dazugehörige KI-generierte Bild mit affenähnlichen Journalisten greift zusätzlich eine dehumanisierende Bildsprache auf, die ebenfalls historische Vorläufer in der NS-Propaganda hat.
Fazit
Höckes Verwendung von "parasitär" für Journalisten ist kein rhetorischer Ausrutscher, sondern eingebettet in ein nachgewiesenes Muster der bewussten Übernahme nationalsozialistischen Vokabulars. Als Geschichtslehrer kennt Höcke die Herkunft dieser Begriffe. Es handelt sich um einen gezielten Angriff auf die verfassungsrechtlich geschützte Pressefreiheit mit den Mitteln der NS-Propaganda.
