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Martin Reichardt

AfD-Bundestagsabgeordneter für Sachsen-Anhalt, bildungs- und familienpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt

Bildquelle: ©AfD-Bundestagsfraktion
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Über die Quelle

Martin Reichardt (geboren 30. Juli 1969 in Goslar) ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Burgenland-Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Vor seinem Eintritt in die AfD im Jahr 2015 war er Mitglied der SPD beziehungsweise der Jusos, kurzzeitig der Republikaner und danach der FDP. Er war zwölf Jahre lang Zeitsoldat der Bundeswehr, studierte an der Helmut-Schmidt-Universität Pädagogik und diente als Offizier in der Panzertruppe, bevor er ab 2002 als leitender Angestellter eines Unternehmens in Sachsen-Anhalt arbeitete.

In der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag ist Reichardt bildungs- und familienpolitischer Sprecher und leitet den Arbeitskreis Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 2018 ist er Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, seit 2022 zudem Beisitzer im Bundesvorstand der Die "Alternative für Deutschland". Auf dem Bundesparteitag am 8. Juli 2026 in Erfurt wurde er dort laut CORRECTIV mit 85 Prozent der Stimmen bestätigt. Reichardt war 2017 und 2021 Spitzenkandidat der AfD Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl und führte den Landesverband auch als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf 2025.

Bereits 2020 zählte Reichardt laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung zu den "wichtigen Unterstützern" des innerparteilichen, vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung eingestuften "Flügels" um Björn Höcke in Sachsen-Anhalt.

Ende Juni 2026 veröffentlichte die Welt ein Foto aus dem Jahr 2020, das Reichardt mit ausgestrecktem linken Arm neben einem Parteikollegen zeigt; die Aufnahme stammt aus Recherchen des Politico-Podcasts "Inside AfD", dessen Autoren zufolge Augenzeugen die Geste als Hitlergruß bestätigt hätten. Reichardt bezeichnete die Vorwürfe in einer Bundestagsdebatte als "pöbelhafte Unverschämtheit" und erklärte, in seinem Leben noch nie einen Hitlergruß gezeigt zu haben; ob das Foto echt sei, ließ er offen. Ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt bezeichnete die Geste laut taz als "angedeuteten Ritterschlag". Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sowie Politiker weiterer Parteien in Sachsen-Anhalt forderten daraufhin Konsequenzen bis hin zum Rücktritt Reichardts; der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Brandner, erklärte im Berlin-Playbook-Podcast von Politico laut taz, ein Verbleib in der Fraktion würde nach einer solchen Geste "eng".

Laut Recherchen von CORRECTIV gehört Reichardt zudem zur sogenannten "Pokerrunde", einer Gruppe von AfD-Funktionären in Sachsen-Anhalt, die laut CORRECTIV maßgeblich die Geschicke des Landesverbands mitbestimmt; mehrere Abgeordnete beschäftigten im Land- und Bundestag über Kreuz Verwandte ihrer Parteikollegen, was Anfang 2026 als "Vetternwirtschafts-Affäre" öffentlich wurde. Reichardt selbst beschäftigte demnach als Bundestagsabgeordneter zeitweise den Vater von Ulrich Siegmund als Mitarbeiter. Laut CORRECTIV sprach Reichardt 2023 zudem von einer "aus Amerika gesteuerten pädophilen grünen Clique".

Faktenfackel Bewertung

Reichardt ist als Bundestagsabgeordneter, Landesvorsitzender und Mitglied des Bundesvorstands eine der zentralen Führungsfiguren der Die "Alternative für Deutschland". Sein Landesverband, die AfD Sachsen-Anhalt, wird vom Landesverfassungsschutz seit dem 7. November 2023 als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" eingestuft. Reichardts eigenes Auftreten, darunter der dokumentierte Vorwurf des Zeigens eines Hitlergrußes im Jahr 2020, seine frühere Einordnung als Unterstützer des inzwischen aufgelösten, vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Flügels" sowie verschwörungsideologische Aussagen wie die von einer "aus Amerika gesteuerten pädophilen grünen Clique", begründen einen erhöhten Prüfbedarf bei seinen öffentlichen Äußerungen. Presseerklärungen und Zitate Reichardts sind wie bei anderen AfD-Funktionären grundsätzlich kritisch zu behandeln und mit unabhängigen Quellen abzugleichen.

Fazit

Als Landesvorsitzender einer vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften Parteigliederung und wegen eigener kontroverser Auftritte ist Martin Reichardt als Quelle mit erheblichem Vorbehalt zu behandeln; seine Aussagen bedürfen besonders sorgfältiger Prüfung.