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Stand: 18.02.2020

Welsch fordert 'Abschiebung der Antifa nach Buchenwald'

Welsch fordert 'Abschiebung der Antifa nach Buchenwald'

Am 18. Februar 2020 veröffentlichte Mirko Welsch auf Twitter (Konto: @mirko1a / "Mirkofuerde") als Reaktion auf einen Artikel der Zeitung "Neues Deutschland":

"#Abschiebung der #Antifa nach #Buchenwald. Arbeit statt Linksterror."

Der Tweet wurde später gelöscht. Welsch bestätigte gegenüber Correctiv per E-Mail die Echtheit des Posts. Er bezeichnete die Formulierung als "satirisch überspitzt".

Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden, in dem zwischen 1937 und 1945 über 56.000 Menschen ermordet wurden. Die Gedenkstätte Buchenwald befindet sich heute bei Weimar, Thüringen.

Faktenfackel Bewertung

Die Echtheit des Tweets ist belegt: Welsch hat ihn selbst gegenüber Correctiv bestätigt. Der Versuch, ihn nachträglich als "Satire" umzudeuten, ändert nichts am Inhalt.

Die Aussage ist eine doppelte NS-Verharmlosung: Buchenwald wird als Drohkulisse gegen politische Gegner verwendet, und die Formulierung "Arbeit statt Linksterror" spielt auf die Toraufschrift "Arbeit macht frei" der NS-Lager an. Dass Welsch selbst als offen homosexuell lebender Mann einer Gruppe angehörte, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, macht die Aussage nicht weniger gefährlich, sie zeigt, wie rechtsextreme Rhetorik Grenzen überschreitet, unabhängig davon, wer sie äußert.

Die im Zusammenhang mit dem Tweet eingeleiteten rechtlichen Prüfungen bezogen sich auf den Verdacht der Verfassungsfeindlichkeit und der Verhöhnung des Andenkens Verstorbener.