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Matthias Moosdorf

AfD-Bundestagsabgeordneter, Violoncellist und Musikwissenschaftler, Jahrgang 1963

Bildquelle: ©Matthias Moosdorf
Bildquelle: ©Matthias Moosdorf

Über die Quelle

Matthias Moosdorf (* 1963) ist Violoncellist und Musikwissenschaftler. Er studierte Cello unter anderem in Leipzig und Berlin und war jahrzehntelang als Kammermusiker tätig. Seit der Bundestagswahl 2021 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags für die AfD (Direktmandat Wahlkreis Leipzig II). Im Bundestag sitzt er im Ausschuss für Kultur und Medien.

Moosdorf gilt innerhalb der AfD als Teil des nationalkonservativen Flügels. Er ist Unterzeichner der sogenannten "Erfurter Resolution" von 2015, mit der der damalige Flügel um Björn Höcke gestärkt wurde. Öffentlich trat er unter anderem mit Positionen zur Kulturpolitik und mit Kritik an der etablierten Gedenkkultur hervor.

Am 22.\u00A0Juni 2023 soll er in der Garderobe des Reichstagsgebäudes einen Hitlergruß gezeigt haben. Zeugen meldeten den Vorfall; die Berliner Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§\u00A086a\u00A0StGB). Der Bundestag hob seine Immunität im Oktober 2025 auf. Das Berliner Landgericht ließ die Anklage am 17.\u00A0März 2026 zur Hauptverhandlung zu (Az. I\u00A0502\u00A0KLs\u00A07/26). Moosdorf bezeichnet die Anklage als "politischen Mordversuch" und übt sein Mandat weiterhin aus. Das Verfahren ist zum Stand April\u00A02026 anhängig; eine Verurteilung liegt nicht vor.

Faktenfackel Bewertung

Moosdorf ist als politischer Akteur mit erheblichen Vorbehalten zu behandeln. Als Bundestagsabgeordneter der AfD und Unterzeichner der "Erfurter Resolution" steht er dem rechtsextremen Flügel der Partei nahe, den der Verfassungsschutz als gesichert extremistisch einstuft.

Gegen ihn läuft ein Strafverfahren wegen eines schwerwiegenden Vorwurfs. Der Vorwurf ist durch die zugelassene Anklage und den Zulassungsbeschluss des Landgerichts Berlin juristisch erhärtet, aber noch nicht rechtskräftig festgestellt. Aussagen von Moosdorf zu eigenen Handlungen oder zur AfD-Politik sind mit entsprechender Quellenkenntnis zu behandeln.

Fazit

Moosdorf ist eine parteipolitisch relevante Quelle aus dem rechtsextremen Spektrum der AfD. Aussagen über Sachverhalte, die Dritte oder die Öffentlichkeit betreffen, sind grundsätzlich mit anderen Quellen gegenzuprüfen. Das laufende Strafverfahren ist ein wesentlicher Teil seines öffentlichen Profils und muss bei der Einordnung stets erwähnt werden.