René Springer
AfD-MdB und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion

Über die Quelle
René Springer (* 15. Juli 1979 in Ost-Berlin) ist Bundestagsabgeordneter der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag und seit Mai 2020 deren arbeits- und sozialpolitischer Sprecher. Er vertritt den Wahlkreis Märkisch-Oderland - Barnim II in Brandenburg und gewann das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2025 mit 36,1 Prozent der Erststimmen. Seit März 2024 führt er zudem den AfD-Landesverband Brandenburg als Vorsitzender.
Springer wuchs in Ost-Berlin auf und absolvierte ab 1997 einen zwölf Jahre langen Dienst in der Deutschen Marine, in dem er eine Ausbildung als Elektromechaniker abschloss, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholte und 2006/2007 für sechs Monate in Afghanistan eingesetzt wurde. Nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr studierte er an der Universität Greifswald Politikwissenschaft (Abschluss 2014, M.A., Thema: Nationalismus und schottische Unabhängigkeit) und arbeitete für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) an Elektrifizierungsprojekten in Mosambik. Ende 2014 wurde er persönlicher Berater von Alexander Gauland, der damals AfD-Landesvorsitzender in Brandenburg war, und stieg damit in die Parteiarbeit ein. 2016 übernahm er die Funktion des Geschäftsführers der AfD-Landtagsfraktion Brandenburg, wechselte aber 2017 im Vorfeld seiner Bundestag-Kandidatur zurück in Gaulands persönliches Büro.
Im Bundestag sitzt Springer als ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales; er ist stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss und im Auswärtigen Ausschuss.
Links
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Springer ist das zentrale öffentliche Gesicht der AfD im Themenfeld Sozial- und Arbeitspolitik. Seine Pressemitteilungen, Bundestagsreden und Social-Media-Auftritte folgen einem erkennbaren Muster: Amtliche Statistiken werden selektiv herausgegriffen, ihrer Kontextualisierung beraubt und dann als Belege für die These eingesetzt, Einwanderung zerstöre den deutschen Sozialstaat.
Ein typisches Beispiel ist sein wiederholt eingesetzter Vergleich der Bürgergeld-Empfänger nach Staatsbürgerschaft: "Im Vergleich zum Jahr 2010 hat sich die Zahl der deutschen Empfänger von Sozialleistungen halbiert, während sich die von Ausländern verdoppelt hat." Die Zahl stammt aus dem Sozialbericht der Bundesregierung und ist rechnerisch korrekt - lässt aber unerwähnt, dass im selben Zeitraum die ausländische Wohnbevölkerung in Deutschland erheblich gewachsen ist und dass Asylbewerber, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen, in dieser Statistik gar nicht auftauchen. Das gleiche Muster findet sich bei der von AfD-Politikern verbreiteten "62-Prozent"-Zahl: CORRECTIV erklärt, dass Bürgergeld-Empfänger mit Migrationshintergrund auch in Deutschland geborene Kinder mit einem im Ausland geborenen Elternteil umfassen; die Verbindung zur Asylpolitik, die AfD-Politiker regelmäßig herstellen, ist sachlich falsch. Das gleiche Muster zeigt sich beim Thema Industriearbeitsplätze: Im Mai 2026 warnte Springer in einer Pressemitteilung vor "historischem Substanzverlust" und verwies auf 486.000 weggefallene Stellen laut Statistischem Bundesamt. Der Zahlenwert ist belegt, die Schlussfolgerung, die Bundesregierung unter Friedrich Merz verantworte diesen Rückgang, ignoriert strukturelle Faktoren (Energiewende, Demografie, globale Konjunktur) vollständig.
Neben der systematischen Statistik-Selektion fällt Springer durch direktere Rhetorik auf. Im Januar 2024, nach Bekanntwerden des Potsdamer Geheimtreffens zu Plänen für "Remigration", postete er auf X: "Wir werden Ausländer in ihre Heimat zurückführen. Millionenfach. Das ist kein Geheimplan. Das ist ein Versprechen." Laut Tagesspiegel war Springer damit einer der ersten AfD-Abgeordneten, der das Geheimtreffen nicht distanziert kommentierte, sondern dessen Kernforderung öffentlich übernahm. Die AfD-Fraktionsführung im Bundestag hielt in diesem Moment mehr Abstand. Die Positionierung war kein Ausrutscher: Springer unterstützt die Junge Alternative (JA), die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, öffentlich. Als die JA bei der Brandenburger Wahlparty im September 2024 einen als "Abschiebesong" bezeichneten Song performte, der Strafanzeigen wegen Volksverhetzung nach sich zog, verteidigte Springer das laut ZDF mit den Worten, der Song sei ihnen am Wahlabend gegönnt; Jugend teste eben Grenzen aus.
Ein Personalvorgang belastet Springer zusätzlich: Laut dem Aktionsbündnis Brandenburg nahm sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Tim Krause am Potsdamer Geheimtreffen teil. Dasselbe Bündnis dokumentiert, dass Springer kurzzeitig (2020) ein Mitglied einer rechtsextremen Preppergruppe beschäftigte sowie einen Mitarbeiter mit engen Kontakten zur Identitären Bewegung. Springer bezeichnete den Verfassungsschutz laut Aktionsbündnis Brandenburg als korrupt und zu einem Regierungsschutz verkommen; Medienberichterstattung hält er nach eigenen Angaben für ein System aus Halbwahrheiten und Falschmeldungen.
In der Außenpolitik, die eigentlich nicht sein Ressort ist, fiel Springer 2018 mit einem Facebook-Post auf, in dem er ein stabiles Mullahregime im Iran einem weiteren Syrien vorzog - was Ruhrbarone als "Mullah-Freund der AfD" dokumentierten.
Fazit
René Springer ist als arbeitsmarktpolitischer Sprecher der AfD ein verlässlicher Produzent von Statistiken, die zwar rechnerisch oft korrekt, aber durch selektive Auswahl und fehlenden Kontext systematisch irreführend sind. Sein öffentliches Profil verbindet diese Arbeit mit offen remigrationistischer Rhetorik und der Unterstützung vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufter Organisationen.