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Stand: 02.04.2026

AfD als 'wahre Demokraten' - eine Täuschung

Link Beschreibung

Robin Mesarosch (SPD, ehemaliger Bundestagsabgeordneter) erklärt in diesem Reel vom 19. September 2025, warum die AfD den Bundestag nicht als inhaltliche Plattform nutzt, sondern gezielt daran arbeitet, ihn lächerlich zu machen, und plädiert für ein AfD-Verbot. Kernthese: Rechtsextreme Bewegungen tarnen sich heute als "wahre Demokraten", um die Demokratie von innen heraus zu zerstören.

Das Reel zitiert zwei Sätze, die Goebbels zugeschrieben werden.

Das erste entstammt Goebbels' Artikel "Was wollen wir im Reichstag?" vom 30. April 1928 im Völkischen Beobachter. Mesarosch gibt den zweiten Satz in eigener Paraphrase wieder (im Original: "Weimarer Gesinnung" statt "demokratische Gesinnung", "Reichstagsabgeordnete" statt "Abgeordnete"):

"Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns aus dem Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Abgeordnete, um die demokratische Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahmzulegen." Mesaroschs Paraphrase des Originals

Das zweite Zitat lautet:

"Das wird immer einer der besten Witze der Demokratie bleiben, dass sie ihren Todfeinden die Mittel selber stellte, durch die sie vernichtet wurde."

Dieses Zitat wird häufig Goebbels zugeschrieben, stammt laut Wikiquote: Joseph Goebbels jedoch von Hans Schwarz van Berk (erschienen in: "Die Dummheit der Demokratie", in: Der Angriff, Aufsätze aus der Kampfzeit, Franz Eher Nachf., München 1935, S. 61) und ist unter "Fälschlich zugeschrieben" vermerkt.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das erste Goebbels-Zitat ist historisch gut dokumentiert: Der Artikel "Was wollen wir im Reichstag?" erschien am 30. April 1928 im Völkischen Beobachter und ist auf historischen Bildungsseiten nachweisbar: Geschichte-Abitur: Joseph Goebbels über den Einzug der NSDAP in den Reichstag. Das zweite Zitat - obwohl weit verbreitet als Goebbels-Zitat - ist laut Wikiquote tatsächlich Hans Schwarz van Berk zuzuschreiben, einem Redakteur von Goebbels' Zeitung "Der Angriff". Mesarosch verwendet es im Video als Goebbels-Zitat, was der gängigen, aber historisch unpräzisen Zuschreibung entspricht.

Mesaroschs Kernbehauptung - dass die AfD den Bundestag nicht als Arbeitsplattform nutze, sondern gezielt zu diskreditieren versuche - ist eine politische Einschätzung, die durch Beobachtungen des tatsächlichen Parlamentsverhaltens gestützt wird: Die Amadeu Antonio Stiftung hat dokumentiert, dass die AfD über 90 Prozent der gegen Zivilgesellschaft gerichteten parlamentarischen Anfragen stellte, ohne inhaltliche Verbesserungsabsicht, sondern zur Diskreditierung: AfD diffamiert mit parlamentarischen Anfragen Demokratieprojekte.

Die im Video gezogene Parallele zwischen NSDAP 1928 und AfD 2025 ist politisch zugespitzt und vergleicht nicht die Extremität beider Parteien, sondern eine spezifische Methode (parlamentarische Delegitimierungsstrategie). Mesarosch betont dies selbst: "Die sind auch überhaupt nicht gleich Hitlers Partei, aber sie nutzen diese gleiche Methode." Das ist eine verantwortungsvolle Differenzierung im Rahmen des Vergleichs.

Sein Fazit - ein AfD-Verbot zu befürworten - ist eine politische Forderung, keine Tatsachenbehauptung. Er hat diese Position auch außerhalb des Videos öffentlich vertreten, u.a. bei einer SPD-Veranstaltung in Bretten: BNN: Robin Mesarosch bei SPD-Abend in Bretten: Warum er ein Verbot der AfD befürwortet.

Fazit

Das Reel stützt sich auf historische Quellen aus der NS-Zeit und liefert eine politisch zugespitzte, aber differenziert vorgetragene Analyse der AfD-Parlamentsstrategie. Das erste Zitat ist Goebbels gesichert zuschreibbar; das zweite wird ihm fälschlich zugeschrieben, ist aber historisch belegt und im Kontext des Reels inhaltlich treffend verwendet. Die Kernbeobachtung zur Delegitimierungsfunktion der AfD im Bundestag ist durch unabhängige Dokumentation gestützt. Das abschließende Plädoyer für ein AfD-Verbot ist eine politische Position des Autors.