Link Beschreibung
Laut einem Bericht des Spiegel (7. Juni 2026) richten sich zwei interne Brandbriefe an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla mit schweren Vorwürfen gegen die Landesführung in Baden-Württemberg. Einer stammt demnach vom scheidenden Landtagsabgeordneten Rüdiger Klos, der der Führung um Markus Frohnmaier und Emil Sänze "Säuberungsaktionen wie im Totalitarismus", "innerparteiliche Goebbels-Methoden" und "sektenartige Zustände" vorwirft und ihr vorhält, Kritiker per Parteiausschlussverfahren "mundtot" zu machen. Ein zweiter Brief mehrerer langjähriger Mitglieder beanstandet, was die Unterzeichner als Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und eine Entwicklung "von der Basisdemokratie zur autokratischen Funktionärspartei" beschreiben.
Auf dem Landesparteitag in Heidenheim wurde Frohnmaier am selben Wochenende mit 91,25 Prozent im Amt bestätigt.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die beiden Brandbriefe sind keine Falschbehauptungen, sondern Parteiinterna: interne Anschuldigungen aus dem AfD-Landesverband Baden-Württemberg, die via Spiegel (7. Juni 2026) und dpa-Wire an die Öffentlichkeit gelangten.
Klos wirft der Führung um Markus Frohnmaier und Emil Sänze in seinem Brief vor, Kritiker systematisch aus der Partei zu drängen. Er spricht laut Spiegel von "innerparteilichen Goebbels-Methoden", "Säuberungsaktionen wie im Totalitarismus" und "sektenartigen Zuständen". Das sind Vorwürfe eines innerparteilichen Kritikers, keine bewiesenen Tatsachen. Gleiches gilt für seine Einschätzung, führende Funktionäre seien "offensichtlich inkompetent" und eine Regierungsübernahme würde "ein Chaos für Deutschland" bedeuten.
Der zweite, sechsseitige Brief von mehreren langjährigen Mitgliedern aus zwei Kreisverbänden erhebt unabhängig davon Vorwürfe von Machtkonzentration, Vetternwirtschaft und fehlender Transparenz bei den Finanzen. Die Unterzeichner fordern eine unabhängige Überprüfung der Landesfinanzen und der sogenannten "Erbschaft Ludwigsburg", einer Vermögensangelegenheit, die laut Medienberichten seit Jahren parteiinterne Konflikte auslöst.
Es ist nicht der erste Angriff von Klos auf die Landesführung: Bereits im Mai 2026 hatte er in einem siebenseitigen Brief an den Bundesvorstand geschrieben, die Zustände im Landesverband erinnerten ihn an Nordkorea und Parteitage an Sitzungen des "Chinesischen Volkskongresses". t-online berichtete damals über den Mai-Brief. Der Juni-Brief ist der zweite öffentlich bekannt gewordene Vorstoß in kurzer Zeit.
Frohnmaier wurde unterdessen beim Landesparteitag am 6. Juni 2026 in Heidenheim mit 91,25 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt, das beste Ergebnis eines AfD-Landeschefs in Baden-Württemberg bisher. Emil Sänze erhielt 74,84 Prozent.
Fazit
Die Brandbriefe dokumentieren einen anhaltenden Machtkampf im AfD-Landesverband Baden-Württemberg, in dem Klos als scheidender Abgeordneter ohne Karriererücksichten offen angreift. Die Parteiführung um Frohnmaier geht aus dem Vorgang vorerst gestärkt hervor.
