Sandro Hersel
Sandro Hersel ist ein ehemaliger Landtagsabgeordneter der AfD in Mecklenburg-Vorpommern (2016-2021). Er wurde 2017 durch Chatprotokolle bekannt, in denen er unter anderem brennende Flüchtlingsheime als 'Akt der Verzweiflung' bezeichnete.

Über die Quelle
Sandro Hersel (* 26. März 1985 in Spremberg) ist ein ehemaliger Politiker der Die "Alternative für Deutschland". Von 2016 bis 2021 war er Mitglied des Landtags Mecklenburg-Vorpommern. Er zog über die Landesliste in den Landtag ein und erzielte im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I 25,1 Prozent der Erststimmen. Zur Landtagswahl 2021 trat er nicht mehr an.
Hersel war Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald und Schatzmeister der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Mitglied der Burschenschaft Markomannia Aachen Greifswald.
Im August 2017 wurden Chatprotokolle einer privaten Facebook-Gruppe bekannt, in der Hersel, Holger Arppe und weitere AfD-Mitglieder kommuniziert hatten. Unter Hersels Namen fanden sich mehrere Äußerungen, darunter der Satz "Brennende Flüchtlingsheime sind kein Akt der Aggression, sondern eine Akt der Verzweiflung gegen Beschlüsse von oben" sowie Gewaltfantasien gegen politische Gegner und Sympathiebekundungen für militantes Vorgehen. Hersel bestritt nicht die Echtheit der Protokolle, erklärte später aber, er habe sich dafür entschuldigt und die Äußerungen bereut.
Quellen: Wikipedia, taz, 01.09.2017, CORRECTIV Faktencheck, 05.02.2020
Faktenfackel Bewertung
Sandro Hersel ist einer von mehreren AfD-Abgeordneten in Mecklenburg-Vorpommern, die durch die Arppe-Chatprotokolle exponiert wurden. Im Gegensatz zu Arppe verlor Hersel seinen Landtagssitz nicht sofort, er blieb bis 2021 Abgeordneter.
Die Formulierung, brennende Flüchtlingsheime seien ein "Akt der Verzweiflung", ist ein Beispiel für das rhetorische Muster, mit dem rechtsextreme Gewalt umgedeutet wird: nicht als Terror gegen Menschen, sondern als verständliche Reaktion auf politische Entscheidungen. Diese Rahmung entlastet die Täter und delegitimiert den Schutzanspruch der Opfer.
Dass Hersel auf weitere Gewaltfantasien im Chat schweigend reagierte, ohne zu widersprechen, zeigt die Atmosphäre dieser Kommunikation.
Fazit
Sandro Hersel ist als Quelle unglaubwürdig. Seine Äußerungen aus den Chatprotokollen sind dokumentiertes Rohmaterial für die Analyse rechtsextremer Denkmuster in der frühen AfD.