Quelle

report24.news

report24.news ist ein österreichisches Alternativmedium aus Linz, das von Florian Machl geleitet wird und regelmäßig Klimaleugnung und Verschwörungserzählungen verbreitet.

Bildquelle: ©report24.news
Bildquelle: ©report24.news

Über die Quelle

report24.news ist eine österreichische Nachrichtenseite mit Blog-Charakter, die im Februar 2021 online ging und ihren Sitz in Linz hat. Medieninhaber und Geschäftsführer ist Florian Machl, der die Seite seit März 2022 auch redaktionell leitet; im ersten Jahr war Thomas Müller als Chefredakteur genannt, ohne einen Artikel namentlich zu zeichnen (Psiram: Report24). Das Impressum beschreibt das Projekt als unabhängiges Nachrichtenkollektiv, das sich "der Wahrheit und hohen journalistischen Standards verpflichtet" sehe, von Parteien und Interessengruppen unabhängig sei und sich gegen Zensur jeder Form wende (report24.news: Impressum).

Die Einordnung durch unabhängige Beobachter fällt anders aus. Das antifaschistische Recherchportal Stopp die Rechten beschreibt report24 als direkte Fortsetzung des FPÖ-nahen "Wochenblick" und Machl als bekannten Unterstützer von Herbert Kickl (Stopp die Rechten: Florian Machl, der Gegenaufklärer). kontrast.at führt das Portal als Teil des medialen Umfelds der FPÖ (kontrast.at: So funktioniert das Mediennetzwerk der FPÖ). Psiram dokumentiert wiederkehrende Falschbehauptungen, unter anderem die Behauptung, Impfstoffhersteller hätten "Föten aus Abtreibungen" zur Herstellung von Impfstoffen verwendet, sowie Verschwörungserzählungen um "Great Reset" und Adrenochrom und eine regelmäßige Verteidigung der russischen Regierung.

Für den Themenbereich Klima liegt eine systematische Auswertung vor. Die österreichische Medienkritik-Plattform Kobuk hat im Februar 2024 über 230 report24-Beiträge zum Klimawandel analysiert (Rafael Gindl) und vier wiederkehrende Narrative herausgearbeitet: der menschliche Einfluss auf das Klima werde geleugnet und stattdessen Vulkanen und Sonnenzyklen zugeschrieben, die Klimaforschung werde mit angeblichen Plänen des Weltwirtschaftsforums zu einer "Klimadiktatur" verknüpft, Klimaaktivisten würden als Extremisten dargestellt, und die Erwärmung sei erfunden, um Geld zu verdienen. Methodisch benennt Kobuk kontextlos zitierte wissenschaftliche Quellen, das Überfluten mit vielen schwachen Argumenten und den Missbrauch echter Quellenlinks als Seriositätsnachweis (Kobuk: Wie das Pseudo-Medium Report24 Klimalügen verbreitet).

Faktenfackel Bewertung

report24.news beruft sich auf journalistische Standards und Quellentransparenz, nutzt Quellenangaben aber vor allem als Glaubwürdigkeitsnachweis, während die daraus gezogenen Schlüsse den zitierten Daten regelmäßig nicht folgen. Der bei uns geprüfte Beitrag zu den französischen Waldbränden zeigt das Muster: Die einzelnen Hektarzahlen lassen sich in den EFFIS-Daten wiederfinden, sie stammen aber von einem Stichtag vor den entscheidenden Bränden und werden trotzdem als Jahresbilanz präsentiert. Das ist keine Erfindung von Zahlen, sondern eine Auswahl von Stichtagen, und damit schwerer zu erkennen als eine glatte Falschbehauptung.

Die von Kobuk dokumentierten Klimanarrative und die von Psiram belegten Falschbehauptungen zu Impfstoffen und Verschwörungserzählungen ergeben ein konsistentes Bild: Das Portal arbeitet thematisch entlang der Gegnerschaft zu Klimaschutz, Pandemiepolitik und EU-Institutionen und ordnet Belege diesem Rahmen unter.

Fazit

report24.news ist als Quelle für eigenständige Sachaussagen nicht belastbar. Einzelne Zahlen können korrekt sein, ihr Kontext ist aber regelmäßig irreführend, weshalb jede Übernahme eine Prüfung an der Primärquelle samt Stichtag und Bezugsraum erfordert.