Link Beschreibung
Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am 20. November 2024 ihre Marktuntersuchung Eisenbahnen 2024 (Berichtsjahr 2023). Die Pressemitteilung fasst die Kernergebnisse zusammen: sinkende Pünktlichkeit, gestiegene Zugausfälle und anhaltend wachsendes Verkehrsaufkommen bei unzureichender Infrastrukturkapazität.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die Marktuntersuchung Eisenbahnen 2024 der Bundesnetzagentur dokumentiert die Lage des deutschen Schienenverkehrs für das Berichtsjahr 2023. Die Behörde erhebt diese Daten auf Grundlage von Meldepflichten der Eisenbahnunternehmen und gilt als maßgebliche Primärquelle für den Sektor.
Verkehrsleistung und Umsatz: Der Gesamtumsatz im Eisenbahnverkehrsmarkt erreichte 2023 rund 26 Milliarden Euro, ein Zuwachs von knapp 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Personenverkehr stiegen die Leistungen sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr; der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erzielte rund 59 Milliarden Personenkilometer, der Fernverkehr (SPFV) rund 48 Milliarden Personenkilometer - beide überstiegen damit erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau von 2019. Der Güterverkehr verzeichnete dagegen einen Rückgang.
Langfristtrend: Seit 2005 ist das Verkehrsaufkommen auf der Schiene um mehr als 40 Prozent gewachsen - deutlich stärker als bei anderen Verkehrsträgern. Die Infrastruktur hielt mit diesem Wachstum nicht Schritt; Züge und Schienennetz sind laut Bericht "zunehmend überlastet".
Pünktlichkeit und Zugausfälle: Die netzweite Pünktlichkeit sank von 2021 bis 2023 kontinuierlich. Die Zugausfallquote erreichte 2023 das rund doppelte Niveau des Jahres 2019 - eine der auffälligsten Verschlechterungen im Bericht. Das Deutschland-Ticket (eingeführt Mai 2023) löste laut Bundesnetzagentur einen "deutlichen Nachfragesprung" im Nahverkehr aus, was die Kapazitätsprobleme zusätzlich verschärfte.
Wettbewerb: Nicht-bundeseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen steigerten ihre Marktanteile in allen drei Verkehrsdiensten (Nah-, Fern- und Güterverkehr). Im Güterverkehr überschritten die Wettbewerber die 60-Prozent-Marke.
Die zentralen Aussagen der Pressemitteilung sind durch den vollständigen Bericht der Bundesnetzagentur (PDF) belegt.
Fazit
Die Pressemitteilung gibt die Kernergebnisse der Marktuntersuchung korrekt wieder. Die beschriebene Kombination aus wachsender Nachfrage, sinkender Pünktlichkeit und verdoppelten Zugausfällen ist durch die Primärquelle gut belegt. Die Daten bestätigen die strukturelle Überlastung des deutschen Schienennetzes.
