Link Beschreibung
Pressemitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 23. November 2021. Kernaussage: "Erst bei jährlichen Nettozuzügen von 400.000 Personen bleibt das Erwerbspersonenpotenzial langfristig auf dem Ausgangsniveau." Ohne Zuwanderung sinkt das Arbeitskräfteangebot rein demografisch um rund 7,2 Millionen bis 2035 und etwa 16 Millionen bis 2060.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die Zahl ist die zentrale wissenschaftliche Referenzgröße, wenn über den demografisch bedingten Arbeitskräftebedarf in Deutschland diskutiert wird. Sie bezieht sich auf die Nettozuwanderung (Saldo aus Zuzügen minus Fortzügen), nicht auf die Bruttozahl der Zuzüge. Die 400.000 sind etwa doppelt so hoch wie der langjährige Durchschnitt vergangener Jahrzehnte und beruhen auf der Annahme, dass der Renteneintritt der Babyboomer-Generation das Erwerbspersonenpotenzial sonst stark schrumpfen lässt.
Wichtig für die Einordnung politischer Aussagen: Wer eine Brutto-Zuwanderung von 1,7 Millionen nennt, beschreibt damit nicht die Nettozuwanderung. Bei rund 1,3 Millionen Fortzügen pro Jahr bleibt aus 1,7 Millionen Zuzügen netto nur etwa die hier genannte Größenordnung von 400.000 übrig.
