Link Beschreibung
Der Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts zur hitzebedingten Mortalität vom 9. Juli 2026 schätzt für die Hitzeperiode Ende Juni rund 5.100 hitzebedingte Sterbefälle. Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Schätzung handelt und einzelne Wochen wegen der hohen statistischen Schwankung nicht getrennt ausgewiesen werden.
Zur Methodik erklärt das Institut: "Das Ausmaß an hitzebedingten Sterbefällen wird mit Hilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Anzahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze bestimmt." Der Grund für dieses Verfahren: Hitze wirkt meist über bestehende Vorerkrankungen (etwa des Herz-Kreislauf-Systems) tödlich und erscheint deshalb selten als Todesursache auf dem Totenschein. Das RKI: "Daher wird Hitze auf dem Totenschein dann nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben und wird daher in der Todesursachenstatistik nicht sichtbar."
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die RKI-Schätzung liegt niedriger als die Destatis-Rohzahl-Übersterblichkeit, weil sie nur den auf Hitze zurückführbaren Anteil isoliert, während Destatis alle Sterbefälle zählt. Das Übersterblichkeitsverfahren ist national wie international etabliert (EuroMOMO, WHO) und keine RKI-Eigenkonstruktion. Fachleute wie Alexandra Schneider vom Helmholtz Zentrum München halten es eher für konservativ: Die Unterschätzung habe in Vorjahren "zwischen 35 und 50 Prozent" gelegen.
Fazit
Methodisch transparente Primärquelle. Die Zahl von rund 5.100 hitzebedingten Sterbefällen ist eine belastbare, eher vorsichtige Schätzung, und sie bewegt sich innerhalb der von den Destatis-Rohzahlen gesetzten Obergrenze der Gesamtübersterblichkeit.
