Link Beschreibung
Themenartikel der Bundesnetzagentur (SMARD) vom 17. Mai 2024 zur Bilanz des Netzengpassmanagements 2023. Netzengpassmanagement umfasst alle Eingriffe, die nötig sind, wenn Stromerzeugung und -verbrauch geografisch nicht direkt zusammengeführt werden können und Einspeisungen geografisch umverteilt werden müssen (Redispatch, Countertrading, Reserven).
Faktenfackel Bewertung
Zentrale Zahlen 2023
- Maßnahmenvolumen: 34.294 GWh (+4,6 % ggü. 2022 mit 32.772 GWh).
- Gesamtkosten: vorläufig 3,1 Mrd. Euro, minus 24 % (rund 1,1 Mrd. Euro) gegenüber 2022, trotz gestiegener Mengen.
- Treiber der Kostensenkung: gesunkene Brennstoff- und Großhandelspreise.
- Am stärksten abgeregelt: Offshore-Wind (5.729 GWh) und Onshore-Wind (3.980 GWh). Zum Ausgleich wurden vor allem Steinkohle- (5.460 GWh) und Gaskraftwerke (3.224 GWh) hochgefahren.
- Struktur: 42 % des EE-Redispatch betraf im Verteilnetz angeschlossene Anlagen, der Engpass lag aber zu 80 % im Übertragungsnetz.
Einordnung
Der SMARD-Artikel ist offizielle Berichterstattung der Bundesnetzagentur und greift damit auf die vollständigen Daten der Übertragungsnetzbetreiber zu. Die Zahlen sind die autoritative Referenz für Debatten um Netzausbaubedarf, Redispatch-Kosten und die Auslastung der Nord-Süd-Verbindungen.
Wichtig für die Einordnung im Faktencheck "Reiche: Strom weggeworfen": Der Artikel bestätigt, dass Netzengpassmanagement durch den parallel beschleunigten EE-Ausbau bei gleichzeitig verzögertem Netzausbau verursacht wird, und dass die Gesamtkosten trotz Volumenanstieg zurückgehen. Die politisch kolportierte Erzählung vom "weggeworfenen Strom" beschreibt damit einen realen, aber rückläufigen Kostentreiber des aktuellen Übergangszustands.
Fazit
Neutrale staatliche Datenquelle mit vollständigem Zugriff auf die Redispatch-Zahlen. Unverzichtbar für belastbare Aussagen zu Abregelungsmengen, Kosten und Netzengpass-Struktur.
