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Stand: 20.04.2026

Häuserpreisindex (Destatis Tabelle 61262)

Link Beschreibung

Destatis-Tabelle zum Häuserpreisindex (Wohn- und Geschäftshäuser), Basis 2015=100. Die Daten erfassen die nominale Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt ab 2000.

Schlüsselwerte (Jahresdurchschnitte): 2000 (84,4), 2010 (83,9), 2015 (100,0), 2020 (138,7), 2022 (164,1), 2023 (150,3), 2024 (148,0). Zwischen 2000 und 2023 stiegen die Häuserpreise damit um rund 78 %. 2023 markierte den ersten Jahresrückgang seit über einer Dekade (-8,4 % ggü. 2022), 2024 folgte mit einem weiteren moderaten Rückgang von -1,5 %. Ab Q1 2025 zeigen die Werte wieder eine Aufwärtsbewegung (Q4 2025: 153,7).

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes misst die nominale Preisentwicklung für selbstgenutztes Wohneigentum in Deutschland und wird vierteljährlich veröffentlicht. Der Index gilt als Primärquelle für die Analyse des deutschen Immobilienmarkts und liefert belastbare Daten zur Beurteilung von Preistrends, Blasenrisiken und der Frage, wie stark sich Immobilienpreise von der allgemeinen Verbraucherpreisinflation abkoppeln.

Die Langzeitdaten zeigen einen markanten Preisanstieg: Zwischen 2000 (Jahresdurchschnitt 84,4) und 2023 (150,3) verteuerten sich Wohnimmobilien nominal um rund 78 %. Im selben Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex von Destatis von 75,5 (2000) auf 116,7 (2023) um etwa 54,6 %. Die Häuserpreise wuchsen damit stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise, besonders deutlich nach 2010. Dieser Gap ist ein empirischer Kernbeleg für die These der Asset-Preis-Inflation, wie sie in der Finanzialisierungs-Literatur (etwa bei Eckhard Hein: Financialisation and tendencies towards stagnation (2019)) und im Kontext der secular-stagnation-Debatte von Lawrence H. Summers (Summers 2014: U.S. Economic Prospects) diskutiert wird.

Für die Grafik im Lagerfeuer-Artikel wurden Jahresdurchschnitte genutzt, keine reine Zweipunkt-Verbindung: Verbraucherpreisindex-Werte aus dem Destatis-Statistischen Bericht "Verbraucherpreisindex für Deutschland - Lange Reihen ab 1948" und Häuserpreisindex-Werte aus der Destatis/GENESIS-Zeitreihe 61262-0001. Die aktuellen Destatis-Webtabellen zeigen nur die jüngsten Jahre vollständig an, GENESIS beziehungsweise Eurostat führen die längere jährliche HPI-Reihe.

Die Trendwende ab 2023 steht im direkten Zusammenhang mit der geldpolitischen Zinswende der EZB: Nach dem Zyklushoch Anfang 2022 (Q1 2022: 164,1) fielen die Preise im Jahresdurchschnitt 2023 um 8,4 % und 2024 um weitere 1,5 %. Die Formulierung, 2024 sei der erste Rückgang seit 2010 gewesen, verkürzt das Bild: Tatsächlich war 2023 bereits ein deutliches Rückgangsjahr, 2024 setzte diesen Trend fort. Ab dem ersten Quartal 2025 zeigen die vorläufigen Destatis-Werte jedoch wieder eine spürbare Aufwärtsbewegung (Q4 2025: 153,7). Die Deutsche Bundesbank bestätigt in ihren Monatsberichten diese Rhythmik und verweist auf gestiegene Finanzierungskosten als zentralen Treiber des Preisrückgangs.

Methodisch basiert der Index auf einer gewichteten Kombination aus Preisindizes für neu erstellte und bestehende Wohnimmobilien. Die Zeitreihe auf Basis 2015=100 reicht bis ins Jahr 2000 zurück, ältere Basisjahre sind bei Destatis als separate Zeitreihe verfügbar. Ab dem ersten Quartal 2025 sind die Werte laut Destatis vorläufig.

Fazit

Primärdatenquelle des Statistischen Bundesamtes. Der Datensatz belegt die starke Asset-Preis-Dynamik am deutschen Wohnimmobilienmarkt seit 2000 und eignet sich als Kernreferenz für Analysen zur Entkopplung von Vermögens- und Konsumentenpreisen.