Link Beschreibung
Pressemitteilung Nr. 068 des Statistischen Bundesamts vom 27. Februar 2026. Die Reallöhne sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % gestiegen: Nominallöhne +4,2 %, Verbraucherpreise +2,2 %. Auf der neuen Indexbasis 2025=100 liegt der Reallohnindex bei 100 Punkten und hat damit "fast wieder das Reallohnniveau des Jahres 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie mit 100,5 Punkten" erreicht.
Das unterste Verdienstquintil verzeichnete mit +6,0 % den stärksten Nominallohnzuwachs, das oberste Quintil nur +3,7 %. Frauen hatten im Vollzeitsegment ein höheres Nominallohnwachstum (+4,8 %) als Männer (+4,1 %). Geringfügig Beschäftigte kamen nur auf +0,5 % nominal.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die Meldung ist die offizielle Jahresbilanz 2025 des Reallohnindex 62361 der amtlichen Statistik und methodisch mit der Umstellung auf das neue Basisjahr 2025=100 verbunden. Alle Zeitreihen wurden rückwirkend umgerechnet, Veränderungsraten können rundungsbedingt minimal abweichen.
Die Einordnung in die längere Reihe ist wichtig: Nach Jahren negativer Reallohnentwicklung 2020 bis 2022 (Pandemie, dann Inflationsschock mit −4,0 % im Jahr 2022) und einer nahezu stagnierenden Entwicklung 2023 folgte der stärkste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe (+3,1 % im Jahr 2024 laut Destatis PM 072/2025). 2025 liegt mit +1,9 % unter diesem Nachhol-Tempo, aber klar im positiven Bereich. Der kumulierte Reallohnverlust gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 ist damit fast, aber noch nicht vollständig aufgeholt.
Die Zusatzinformationen zur Lohnverteilung sind politisch bemerkenswert: Dass Geringverdienende (1. Quintil: +6,0 %) und Auszubildende (+6,3 %) das stärkste Lohnwachstum haben, während das oberste Quintil nur +3,7 % erreicht, wirkt kompressiv auf die Lohnspreizung. Destatis selbst weist darauf hin, dass dieser Trend bereits 2023 und 2024 zu beobachten war. Im europäischen Vergleich ist das ein Hinweis auf wirksame Mindestlohnerhöhungen und tarifliche Nachholeffekte am unteren Ende. Der geringe Anstieg bei geringfügig Beschäftigten (+0,5 %) deckt sich mit den bekannten Grenzen der Minijob-Grenze.
Zu beachten ist der methodische Hinweis der Behörde: Der Wegfall der Ende 2024 ausgelaufenen Inflationsausgleichsprämie wirkt 2025 dämpfend auf die gemessene Lohnentwicklung, weil die Prämie in den Vorjahren die Basis angehoben hatte. Ohne diesen Basiseffekt läge das reguläre Lohnwachstum 2025 rechnerisch höher.
Fazit
Die Zahlen sind amtliche Primärstatistik und stehen inhaltlich nicht in Zweifel. Die Jahreskennzahl "+1,9 % Reallohn 2025" trifft zu, das "fast" erreichte Vorkrisenniveau ist mit 100 zu 100,5 Indexpunkten korrekt beschrieben. Für politische Debatten ist wichtig: Das Plus 2025 ist moderat, folgt einem kräftigen 2024er Aufholjahr und enthält durch den Wegfall der Inflationsausgleichsprämie einen dämpfenden Basiseffekt.
