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Stand: 14.07.2026

Interview: 'Würde man ein AKW so stark subventionieren wie Windräder, könnte man es fast gratis bauen'

Falsch

Link Beschreibung

Im Interview mit Mischa Aebi (SonntagsZeitung / Tages-Anzeiger, 13. Juli 2025) kritisiert Annalisa Manera den AKW-kritischen Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (Scnat) als einseitig. Kernstück ist ihre Rechnung, mit den Subventionen für Windkraft (23 Rappen/kWh über fünf Jahre) ließe sich ein Kernkraftwerk "fast gratis" bauen, weil ein neues KKW so in fünf Jahren rund 14 Milliarden Franken einspielen würde.

Faktenfackel Bewertung

Die zentrale Behauptung ist falsch. Die Rechnung vermischt einmalige Erstellungskosten mit den Laufzeitkosten und blendet aus, dass neue Kernkraft laut Fraunhofer ISE real 13,6 bis 49 Cent pro Kilowattstunde kostet, ein Vielfaches von Onshore-Wind. "Gratis" entsteht nur, weil die Öffentlichkeit die Milliardensubvention trägt. Ebenso hält die Behauptung, ein Reaktor sei nicht langsamer zu bauen als ein Windpark, der Realität nicht stand. Die von Manera genannten langen Windkraft-Zeiträume (Gotthard 18 Jahre, laut Suisse Éole bis zu 25 Jahre) entfallen fast vollständig auf Bewilligung und Einsprachen; der eigentliche Bau eines Windparks dauert nur Monate. Ein EPR-Reaktor braucht dagegen allein für die Bauphase, nach abgeschlossener Genehmigung, 17 bis 18 Jahre (Flamanville, Olkiluoto). Fair ist ihr Hinweis, dass auch Windkraft subventioniert und langwierig genehmigt wird. Ausführliche Einordnung im Faktencheck Wäre ein AKW mit Windrad-Subventionen fast gratis?.

Verwendungen

Faktenchecks