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Stand: 28.03.2026

Homosexualität ist (angeblich) unnatürlich (Englisch!)

Link Beschreibung

"You've probably picked up on this by now, but one of my biggest pet peeves is when people use science that they don't understand to try to justify their stupidity and hate." (Ihr habt das wahrscheinlich schon gemerkt, aber eines meiner größten Ärgernisse ist, wenn Menschen Wissenschaft, die sie nicht verstehen, benutzen, um ihre Dummheit und ihren Hass zu rechtfertigen.)

Forrest Valkai, Biologe und Science-Kommunikator, reagiert auf Behauptungen, Homosexualität sei "unnatürlich", ein Argument, das er in derselben Woche dreimal gehört hatte.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Valkais Kernargumente halten einer Überprüfung stand:

Homosexualität in der Tierwelt: Die Zahl von über 1.500 Tierarten mit dokumentiertem homosexuellem Verhalten ist korrekt und entspricht dem Stand der Forschung. Eine umfassende Übersicht wurde unter anderem von Bagemihl (1999) in "Biological Exuberance" zusammengetragen und seitdem vielfach aktualisiert. Beispiele reichen von Säugetieren (Löwen, Delfine, Schafe) über Vögel (Pinguine) bis zu Insekten.

Bonobos: Die Beschreibung der Bonobos als "100 % bisexual" ist eine vereinfachende, aber im Kern zutreffende Darstellung. Bonobos (Pan paniscus) nutzen sexuelle Interaktionen, auch gleichgeschlechtliche, zur sozialen Bindung und Konfliktlösung. Das ist in der Primatenforschung gut belegt, etwa bei de Waal (1995).

Das "unnatürlich"-Argument: Valkai weist korrekt darauf hin, dass ein Verhalten, das so weit verbreitet im Tierreich vorkommt, per definitionem nicht "unnatürlich" sein kann. Das Argument leidet zudem unter dem naturalistischen Fehlschluss, aus "natürlich" oder "unnatürlich" folgt moralisch nichts.

Genetische Komponente: Valkai beschreibt den Forschungsstand korrekt als "strong evidence that there's a big genetic component" (starke Hinweise auf eine genetische Komponente), ohne absolute Aussagen zu machen. Das entspricht dem aktuellen Forschungsstand, etwa der großangelegten Genomstudie von Ganna et al. (2019) in Science mit über 470.000 Teilnehmern.

Das Video ist auf Englisch und richtet sich an ein englischsprachiges Publikum.

Fazit

Valkai argumentiert wissenschaftlich korrekt. Wer behauptet, Homosexualität sei "unnatürlich", widerspricht der biologischen Realität: Das Verhalten ist in über 1.500 Tierarten dokumentiert. Das "Unnatürlichkeits"-Argument ist empirisch falsch und logisch inkohärent.