IPCC
Intergovernmental Panel on Climate Change: Weltklimarat der Vereinten Nationen, synthetisiert den Stand der Klimaforschung in mehrjährigen Sachstandsberichten

Über die Quelle
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist ein 1988 von der World Meteorological Organization (WMO) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) gegründetes zwischenstaatliches Gremium mit Sitz in Genf. Es bewertet in regelmäßigen Sachstandsberichten (Assessment Reports) den aktuellen Stand der Klimaforschung. Die Berichte werden von hunderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ehrenamtlich erstellt, nach einem mehrstufigen Peer-Review-Verfahren überprüft und von den IPCC-Mitgliedsstaaten zeilenweise freigegeben (Summary for Policymakers).
Das IPCC betreibt selbst keine eigene Forschung, sondern sichtet und synthetisiert publizierte wissenschaftliche Literatur. Der aktuelle sechste Sachstandsbericht (AR6, 2021-2023) besteht aus drei Arbeitsgruppen-Berichten (Physikalische Grundlagen, Auswirkungen/Anpassung, Minderung) sowie einem Synthesebericht. Für seine Arbeit erhielt das IPCC 2007 gemeinsam mit Al Gore den Friedensnobelpreis.
Links
- Offizielle Website
- AR6 Working Group I: Summary for Policymakers
- Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle (DKK)
- Wikipedia
Faktenfackel Bewertung
Das IPCC ist die international anerkannte Referenzinstanz für den Stand der Klimawissenschaft. Seine Berichte gelten als Goldstandard, weil sie ausschließlich auf peer-reviewter Literatur basieren, in mehrstufigen Review-Runden geprüft werden und von den Regierungen aller Mitgliedsstaaten konsensual freigegeben werden müssen. Gerade dieser politische Freigabeprozess führt dazu, dass die IPCC-Aussagen tendenziell konservativ formuliert sind. Wissenschaftlich belegbare Zuspitzungen werden im Aushandlungsprozess abgeschwächt.
Kritik am IPCC kommt sowohl aus dem wissenschaftlichen als auch aus dem politischen Raum. Wissenschaftlich wird gelegentlich beanstandet, dass der Konsensprozess Unsicherheiten unzureichend abbildet und neueste Studien mit mehrjähriger Verzögerung einfließen. Politisch wird das IPCC vor allem von klimawandelleugnenden Akteuren angegriffen. Diese Kritik beruht jedoch überwiegend nicht auf methodischen Argumenten, sondern auf der ideologischen Ablehnung des Ergebnisses.
Fazit
Das IPCC ist die zuverlässigste Quelle für den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel. Seine Aussagen haben durch den Konsensprozess einen sehr hohen Belegstand, sind tendenziell aber eher konservativ formuliert.