Link Beschreibung
Der Ökonom Dr. Jochen Pimpertz vom IW Köln argumentiert, dass Selbstständige nicht pauschal in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden sollten. Eine Pflicht würde zwar kurzfristig Einnahmen bringen, langfristig aber neue Ansprüche schaffen und junge Generationen belasten. Zudem gäbe es keine klare Evidenz, dass Selbstständige systematisch nicht vorsorgen. Sinnvoller seien flexible Pflichtlösungen, bei denen auch private Vorsorge möglich bleibt.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Das IW Köln ist ein arbeitgebernahes Wirtschaftsforschungsinstitut, das prägt die Perspektive dieses Beitrags deutlich. Pimpertz' Kernargument, dass eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige langfristig neue Ansprüche schaffe und junge Generationen belaste, ist ökonomisch nicht falsch, blendet aber die andere Seite der Medaille aus: Selbstständige, die keine ausreichende Altersvorsorge betreiben, landen im Alter in der Grundsicherung, und das belastet ebenfalls die Allgemeinheit. Die Behauptung, es gäbe "keine klare Evidenz" für mangelnde Vorsorge unter Selbstständigen, ist zumindest diskussionswürdig; Studien zeigen, dass gerade Solo-Selbstständige mit niedrigen Einkommen überdurchschnittlich schlecht abgesichert sind.
Der Beitrag ist kein Forschungsbericht, sondern ein Meinungsstück ("in den Medien"-Rubrik), das eine klar wirtschaftsliberale Position vertritt. Als Gegenposition zu Vorschlägen für eine Pflichtversicherung ist er verwendbar, nicht aber als neutrale Einschätzung des Sachstands.
Fazit
Verwendbar als Beleg für die wirtschaftsliberale Position gegen eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Die Argumentation ist selektiv und lässt die sozialpolitischen Risiken mangelnder Eigenvorsorge weitgehend außer Acht.
