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MOTRA

Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung, bundesfinanzierter Forschungsverbund zu Radikalisierung in Deutschland, angesiedelt beim BKA mit universitären Partnern

Bildquelle: ©MOTRA
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Über die Quelle

MOTRA (Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung) ist ein seit 2019 laufender Forschungsverbund zur wissenschaftlichen Analyse des Radikalisierungsgeschehens in Deutschland. Er wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Koordiniert wird der Verbund vom Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. Partner sind unter anderem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Universität Hamburg, die LMU München, das GIGA Hamburg, die Berghof Foundation, die Hochschule Fresenius und die Kriminologische Zentralstelle (KrimZ).

MOTRA veröffentlicht jährliche Monitoringberichte, Lage-Spotlights (KoMo-Spotlights) und themenspezifische Studien. Die Daten speisen sich aus polizeilicher Kriminalstatistik, Dunkelfeld-Befragungen und Fallanalysen.

Faktenfackel Bewertung

MOTRA ist ein vom Bund finanzierter wissenschaftlicher Forschungsverbund mit starker universitärer Beteiligung. Die Veröffentlichungen durchlaufen interne wissenschaftliche Qualitätssicherung und werden teils zusätzlich peer-reviewt publiziert. Die Nähe zum BKA bringt einerseits einen privilegierten Datenzugang (polizeiliche Kriminalstatistik), schafft andererseits eine strukturelle Abhängigkeit von der Hauptbehörde, die selbst Gegenstand der Analyse ist.

In der einschlägigen Forschung (Extremismus, Radikalisierung, Hasskriminalität) gilt MOTRA als methodisch sauber und als eine der umfangreichsten empirischen Datenquellen zum Thema in Deutschland. Kritik richtet sich gelegentlich gegen die Trennschärfe der verwendeten Radikalisierungsbegriffe, ein Kritikpunkt, der für das gesamte Forschungsfeld gilt.

Fazit

Wissenschaftlich fundierte, bundesfinanzierte Referenzquelle für Radikalisierungs- und Extremismus-Daten in Deutschland. Besonders wertvoll für quantitative Aussagen zu politisch motivierter Kriminalität, inklusive Verfahrensausgang (Verurteilung, Einstellung).