Rechtspopulismus liegt zwischen der demokratischen Rechten und dem Rechtsextremismus. Der Begriff wird oft als Beschimpfung benutzt, hat aber eine präzise Bedeutung.
Was Populismus ausmacht
Populismus stellt ein angeblich reines, einheitliches "Volk" einer als abgehoben und eigennützig dargestellten "korrupten Elite" gegenüber, "denen da oben". Populisten beanspruchen, allein den wahren Volkswillen zu vertreten. Wer widerspricht, gehört in dieser Logik nicht zum "wahren Volk" oder zur Elite.
Was ihn "rechts" macht
Kombiniert mit rechten Inhalten, beschreibt die Bundeszentrale für politische Bildung den Rechtspopulismus über drei Zutaten:
- Populismus (Volk gegen Elite),
- Nativismus (ein ethnisch enger Staatsbürgerbegriff, der "Einheimische" von "Fremden" abgrenzt),
- Autoritarismus (Betonung von Ordnung, Gesetz und traditionellen Werten).
Rechtspopulismus ist damit antipluralistisch, weil er die Vielfalt legitimer Interessen und Gruppen leugnet. Nach dieser Lesart ist er aber nicht zwingend antidemokratisch: Rechtspopulisten berufen sich nach außen auf Verfassungstreue und legitimieren sich über die Volkssouveränität.
Abgrenzung zum Rechtsextremismus
Der Unterschied liegt im Verhältnis zur Demokratie. Rechtspopulismus legitimiert sich über den Volkswillen, der Rechtsextremismus legitimiert sich über die Stärke des Staates und will die demokratische Grundordnung beseitigen. Die Übergänge sind fließend, besonders in Verbindung mit der "Neuen Rechten".
Wo genau die Grenze zwischen radikal und extrem verläuft und warum sie wichtig ist, erklärt der Artikel Rechts, rechtsextrem, faschistisch.