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Stand: 01.04.2026

Rechtsextremer Angriff auf das Bildungssystem

Link Beschreibung

Campact dokumentiert die bildungspolitischen Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt anhand der Erfahrungen des jungen Aktivisten Max aus dem Saalekreis. Er berichtet von Hakenkreuzen an Garagen, Hitlergrüßen auf Schulfluren und "Sieg Heil"-Rufen auf dem Schulhof. Bei einer U18-Wahl an seiner Schule stimmten 47 Prozent für die AfD, die in Sachsen-Anhalt bei 39 Prozent in Umfragen liegt.

Der Artikel beschreibt die konkreten bildungspolitischen Forderungen der AfD: Abschaffung der Schulpflicht, Reduzierung des Holocaust-Unterrichts zugunsten einer "Bismarck-Betonung", Auflösung der Landeszentrale für politische Bildung und Einrichtung eines Meldeportals für angebliches Fehlverhalten von Lehrkräften. AfD-Kulturpolitiker Hans-Thomas Tillschneider und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund werden als treibende Kräfte benannt. Als Gegeninitiative wird der "Siegburger Konsens" aus Nordrhein-Westfalen vorgestellt, der den Beutelsbacher Konsens von 1976 erweitert und Schulen ermutigt, sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Artikel verbindet persönliche Schilderungen des Aktivisten Max mit einer Analyse der AfD-Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt. Die zentralen programmatischen Forderungen sind durch das veröffentlichte AfD-Regierungsprogramm 2026 für Sachsen-Anhalt und unabhängige Medienberichte nachprüfbar belegt.

Die Schulpflicht soll laut AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in eine "Bildungspflicht" mit Homeschooling-Option umgewandelt werden. News4teachers und andere Medien berichten, dass Siegmund dies mit dem Zustand der Schulen begründet. Der kulturpolitische Sprecher Hans-Thomas Tillschneider fasst die Lehrplanambitionen mit "Mehr Bismarck, weniger Hitler" zusammen, was einer Verlagerung hin zur deutschen Nationswerdung im 19. Jahrhundert entspricht. Bildungsjournalist Jan-Martin Wiarda dokumentiert weitere Punkte aus dem Programm: Abschaffung der Förderung für "Schule gegen Rassismus", Verbot von Regenbogenflaggen, tägliches Hissen der Nationalflagge und Zentralisierung der Lehrmaterialauswahl durch das Bildungsministerium.

Die geplante Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung und Ersetzung durch ein "Landesinstitut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität" ist ebenfalls im Regierungsentwurf enthalten und wurde von Siegmund öffentlich bestätigt. Dass dieser Schritt auch Gedenkstättenfahrten nach Buchenwald und das Courage-Netzwerk gegen Rechtsextremismus betreffen würde, ist durch die bisherige Finanzierungsstruktur dieser Programme nachvollziehbar.

Der Siegburger Konsens, den der Artikel als Gegenmodell vorstellt, ist ein reales Dokument aus Nordrhein-Westfalen, das Lehrkräfte aller Schulen in Siegburg im Dezember 2025 verabschiedet haben. Er geht über den Beutelsbacher Konsens von 1976 hinaus, indem er Schulen ausdrücklich ermutigt, Haltung gegenüber demokratiefeindlichen Positionen zu zeigen.

Campact ist als Kampagnenorganisation, die aktiv gegen die AfD mobilisiert, kein neutraler Beobachter. Die individuelle Erfahrungsgeschichte des Schülers Max ist nicht unabhängig verifizierbar. Die bildungspolitischen Forderungen der AfD werden jedoch korrekt aus dem Parteiprogramm wiedergegeben.

Fazit

Die zentralen Faktenbehauptungen über AfD-Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt sind durch das parteiinterne Regierungsprogramm und unabhängige Medienberichte belegt. Der Artikel ist durch die Kampagnenausrichtung von Campact zugespitzt formuliert, enthält aber keine nachweislich falschen Sachaussagen über die Programmpunkte der Partei.

Verwendungen

Faktenchecks